Hannover Teil 2

 

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Johanna
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Hannover Teil 2

Beitrag von Johanna »

Die Sprache – die Schrift…..

Die erste Pyramide war die des Pharao Djoser um ca. 3000 vor Christus. Sein Architekt Imhotep und er zeigten das Können der ägyptischen Verwaltung . Die 500 Jahre zuvor entwickelte Hieroglyphenschrift und die Erfindung von Papyrus waren dafür die Voraussetzungen. Der Höhepunkt ägyptischen Organisationstalents ist die Pyramide des Pharao Cheops – um 2500 vor Christus. Sie war ca 4300 Jahre lang der höchste Bau ser Welt. In den Pyramoiden der Könige standen ab 2300 auch die ältesten religiösen Texte der Menschheit.
Aus dieser Zeit wurden auch Steinreliefs gezeigt, die man bei Beleuchtung wundervoll betrachten konnte. Man sah jede Kleinigkeit, Tiere die von den Männern beschützt wurden, auch die Haare waren gut ausgearbeitet und ich habe mich geragt mit welchen Geräten diese meisterwerke geschaffen wurden.

Übersetzungen der Hieroglyphen auf den Seiten der Grabstatuen von Amen-em-het und anderen Pharaonen. Diesen Reichtum an Statuen und Grabplatten habe ich in anderen Museen noch nicht gesehen.

Und dann kamen wir zu einer Büste – dem Gesicht des Pharaos Echnaton. Ein sehr ansprechendes Gesicht und ich konnte die Dame verstehen die hier in diesem Museum arbeitet, dass sie bereits als junges Mädchen in dieses Abbild „verschossen“ war. Augen, Nase, Lippen und Ohren sind klar und unbeschädigt erhalten – der Kopfputz gleicht einem Helm. Die hohe Stirn makellos und faltenfrei. Man hat den Eindruck dass man von diesen Augen beobachtet wird.

Dann wurde in den Schaukästen die Sprache im alten Ägypten behandelt.
Die Sprache der Ägypter wird als Ägypotisch-Koptisch bezeichnet und gehört zur hamitosemitischen Sprachfamilie. Obwohl mit der islamischen Eroberung Ägyptens 641 langsam vom Arabischen verdrängt, lebte sie bei der christlich-koptischen Bevölkerung weiter und ist erst im 18. Jahrhundert als gesprochene Sprache ausgestorben.
Neben dem chinesischen ist sie die am längsten geschriebene Sprache der Welt. Die Erfidnung der Schrift wird um 3500 vor Christus angesetzt und passierte nach Erkenntnissen sowohl in Ägypten wie im Zweistromland (Mesopotamien)
Alle Schriften der Welt entstanden aus Bildern. Die meisten wechselten schnell vom Bild zu abstrakten Zeichen Nur die 4000-jährige Schriftkultur Ägyptens blieb beim Bild denn es sollte alles für alle lesbar bleiben. Nachdem die Bilder zu Hieroglyphen genormt waren , erfand man für Notizen eine Schnellschrift. (Hieratisch) Die Christen Ägyptens die keine Hieroglyphen verwenden wollten schrieben ihre Sprache mit griechischen Buchstaben, das Koptische. Um 600 n. Christus gereieten die Hieroglyphen in Vergessenheit bis sie 1822 wieder entziffert wurden.

In einem Schaukasten lagen Tonscherben, die mit koptischer Sprache beschriftet waren.
Im nächsten Schaukasten wurde eine Gabenträgerin gezeigt. Diese Figur war eine Grabbeigabe, sie sollte de Toten ewiglich Nahrung bringen. Aus diesem Grund trägt sie auf dem Kopf einen Korb mit 4 Wassergefässen. In der einen Hand trägt sie eine Ente an den Flügeln. Diese Gabenträgerin wurde 1965 von einem Schweizerischen Kunsthandel erworben, deswegen wird ihre Echtheit bezweifelt. Durch Untersuchungen wurde festgestellt dass diese Figur eine Zusammenfassung aus verschiedenen antiken und neuen Elementen ist. Nur der Korb ist wirklich antik. Die Vorbilder dieser Gabenträgerin wurden 1920 im Grab des Schatzmeisters Meketre entdeckt. Die Originale stehen im Museum Kairo und im Metropolitan Museum of Art in New York.

Die Kunstfertigkeit der Handwerker wurde traditionell – wie auch in Europa – vom Vater auf den Sohn übertragen. Das Wissen und Können erhielt sich so ohne Fachschulen oder Handbücher über Jahrtausende. Erst als Ägypten von ausländischen Königen beherrscht wurde, war es notwendig die Traditionen zu ändern.
Es wurden Teile von römischen Villen gezeigt. Diese waren aufwändig gestaltet. Wände und Fussböden in den Villen der gehobenen Gesellschaft waren kunstvoll mit Mosaiken verziert. Fig+ürliche Darstellungen kamen erst im 2. Jahrhundert nach Christus „in Mode“. Die römische Wandmalerei erreichte ihren Höhepunkt im 1. Jahrhundert, als selbst in sehr abgelegenen Villen reicher Bürger die Villen ausgemalt wurden.
Der Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. ist für diesen Aspekt ein Glücksfall (bei aller Tragik) , denn unter der Asche ist auch die Wandmalerei erhalten geblieben. In Pompeji und Hercuöaneum war sie bis bis zu ihrer Ewntdeckung durch die Asche geschützt.

Orpheus der Sohn der Kailiope, hatte von seiner Mutter die Liebe zu Gesang und Musik geerbt.
Das ausgestellte Mosaik stammt aus einem Kloster in Antiochia. Auf diesem Mosaik sind verschiedene Tiere abgebildet. Löwen, Krokodil, Schlange, Pferd, Büffel auch Enten oder anderes Federvieh lauschen dem Orpheus der oben in der Bildmitte sitzt und ein Instrument spielt.
Daneben in einem kleineren Glaskasten ist ein fliegender Phallus mit Raubtierfüssen ausgestellt. Beschriftet ist es mit „Glöckchenhalter“. Es wird als Symbol für Manneskraft beschrieben und charakterisiert das Wohlergehen der Hausgemeinschaft. Dieses Gerät war im Eingangsbereich des Hauses aufgehängt. Kleine Glöckchen in den Raubtierfüssen vertgrieben mit ihrem Klang böse Geister und schützten so das Haus und seine Bewohner.

Zum Schluss wurden Sarkophage gezeigt. Phönizisch, ägaptisch, griechisch: Drei Kulturen begleiten ins Totenreich:
Bereits an der Wende vom 6. zum 5. Jahrhundert v, Chr. setzte in Phönizien die Produktion einer neuen Gattung von Sarkophagen ein. Sie wurden aus griechischem Marmor gefertigt – vereinten ägyptische Motive mit lokalen phönizischen Einflüssen. Über 200 Jahre verbreitete sich dieser Typ
vom Libanon bis Spanien.

Wir verliessen dieses aussergewöhnliche Museum und sahen auf der Strasse viele mit bunten Lichtern beklebte Fahrzeuge, die sich zu einem Corso versammelten. Beschriftet waren sie z.B. mit „Kranker Wagen“ oder die Lichter waren derart angeklebt dass sie wie Smylies aussahen dazu stand ÜSTRA auf der Karosserie. Motorräder, PKW, auch ein kleines „Spielzeugauto war mit einem grossen „Windrad“ und Lichtern ausgestattet und wurde von einem normalen PKW gezogen. Auf einem Wagen stand in bunten Farben anstelle der Stoss-stange ein Brett mit den Buchstaben IVINKLELIGHTCRUISE. Aus einem Autofenster blickte ein „Weihnachtsmann“ auf die Strasse und wir erfuhren, dass in Hannover an einem Adventswochenende immer so ein Corso veranstaltet wird.
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