Dresden und Meissen
So lange hatte ich mir schon gewünscht nach Dresden zu fahren um dort die Kostbarkeiten von August dem Starken und seinem Sohn August III. zu sehen, doch immer wieder kam etwas dazwischen. Durch JoyClub hatte ich losen Kontakt zu einem Herrn, „Sami“ der uns netterweise zusagte uns Dresden zu zeigen. Die Frauenkirche, wo er und seine Frau als Fremdenführer tätig waren. Ausserdem erklärte sich Sami bereit uns nach Meissen zu fahren, einen Aussichtspunkt anzusteuern, den ich auch mit Rollstuhl besuchen kann, eine Stadtrundfahrt zu machen und meinte dass es für ihn kein Problem darstellt meinen Rollstuhl in seinem Auto zu transportieren.
Das war für mich eine wunderbare Überraschung und ich freute mich sehr, Sami kennen zu lernen. Jetzt endlich war es soweit. Uwe erstand vor Weihnachten ein Geschenk – 3 Tage Dresden Hotel Unterkunft mit Frühstück. 3 Tage war uns nicht genug, also buchte ich noch einmal 2 Tage dazu und letztendlich verlängerte Uwe nochmal Hotelaufenthalt um einen Tag.
Ich konnte es kaum erwarten – die Fahrt begann im neuen Jahr. Es war kalt, die Strassen waren an unserem gebuchten Anfahrtstag vereist, es war nicht geräumt und wir waren eingeschneit. Also verschoben wir nach einem Telefonat mit Sami unsere Ankunft um einen Tag in der Hoffnung, dass es dann strassenmässig für uns leichter ist. Das Hotel war auch einverstanden, also alles kein Problem.
Mit Sami war ich über Whatsapp in Kontakt, berichtete nach unserer Ankunft im Hotel dass wir gut angekommen sind und wir trafen uns am nächsten Tag wie abgesprochen. Die Begrüssung war herzlich und so als ob wir uns wirklich schon lange kennen.
Die Stadtrundfahrt: es gab so viel zu sehen, ich sog alles auf wie ein ausgetrockneter Schwamm und stellte fest, dass die paar Tage wirklich nicht reichen um auch nur einen Teil von Dresden und seinen Schätzen zu sehen.
Dann fuhr uns Sami nach der Stadtrundfahrt nach Meissen. Porzellanmanufaktur. Ein grosses Gebäude – Ausstellungsräume in denen man nicht in einer Stunde alles betrachten kann.
Doch zuerst das Bergwerk: Deutschlands kleinstes und Europas ältestes noch in Betrieb befindliche Kaolinbergwerk. Es ist für weisses Gold bekannt und ich habe dieses Porzellan und Böttcher bereits vor vielen Jahren in zwei Hochzeitszeitungen (1991 und 2000) meiner Kinder erwähnt.
Die Geschichte des Bergwerks ist auf zwei Anschlagtafeln beschrieben. Kaolin ist die Bezeichnung für ein Gemisch meist eisenfreier Tongesteine mit dem Mineral Kaolini und wird auch als Porzellanerde bezeichnet. Der Name stammt vom erstbeschriebenen Fundort Gao-Ling in der chinesischen Provinz Jiangxi.
Hirsch, Gorilla und Büffel, sowie ein knieender Elefant, ein Fuchs oder kleiner Bär sind zuerst aus Böttgersteinzeug zu sehen. Dies ist dunkelbraun und es heisst, dass die Meissner Künstler gerne auf dieses Material zurück greifen.
Böttger erfand dieses warme und faszinierende Material noch vor dem weissen Porzellan welches letztendlich Meissen berühmt und reich machen sollte.
Vor dem ersten Durchgang zum nächsten Raum war an der Wand eine Tafel angebracht mit sämtlichen Zeichen, die man auf Meissner Porzellan findet. Es wurde immer wieder abgeändert und auch die Jahreszahlen von 1720 (wurde nur ein geschwungenes AR aufgebracht) über 1722,23 (mit dem Schriftzug K.P.M. 1724 mit verschiedenen dünnen Schwertern, mal mit Punkt, mal ohne sowie von der Änderung 1763,1774 dann erst wieder 1815, 1919,1934, sind hier aufgelistet. Seit 1972 kam der Schriftzug Meissen hinzu , seit 1972 sind die beiden gekreuzten Schwerter mit dem Schriftzug Meissen, ab 2018 ohne den Schriftzug Meissen und seit 2018 sind die gekreuzten Schwerter darunter in dicker Schrift Meissen und darunter dann est.1710 erstellt.
Diese weltberühmten gekreuzten Schwerter sind das Markenzeichen der Manufaktur Meissen.
Nachdem ein Geheimnisträger nach Wien floh, das Geheimnis der Porzellanherstellung preisgab, wurde dort die zweite Porzellanmanufaktur Europas gegründet.
Man kopierte in Österreich alle Stücke die aus Meissen kamen. Aus diesem Grund wurden und werden bis heute auf jedes Meissner Porzellanstück die blauen Schwerter in kobaltblauer Unterglasurmalerei aufgetragen.
Wir konnten die Schauräume besuchen – hier wurde in einem Raum gezeigt, wie eine Mitarbeiterin aus einem Tonklumpen ein Gefäss herstellte. Der Fuss betätigte das Schwungrad, auf der Platte hat die Künstlerin ein Gefäss hergestellt – Wasser, Schwamm und andere Utensilien kamen zum Einsatz. Später setzte sie die vorher auf der Schwungscheibe hergestellte „Vase“ in eine Form und mit einer Schablone gab sie diesem „Gefäß“ die endgültige Form .
Eine kleine Tonkugel presste sie in eine Form und zeigte uns anschliessend, dass daraus ein kleinet Engelkopf entstanden ist.
Für diesen Beruf musste sie 3,5 Jahre lernen.
Im nächsten Raum sass eine Dame, welche aus kleinen Tonkugeln Blütenblätter formte und diese an eine Blume ansetzte. Die Figur welche von ihr bearbeitet wurde, musste mit vielen kleinen Dingen !verziert werden. Vor ihr lagen auf einer Tischplatte verschiedene einzelne Blumen, Blütenblätter und Blumenkombinationen. Auf einer anderen Platte lag eine Figur die sie bearbeitete, sowie Ton“würste“. Sie rollte kleine Teigstücke in ihren Händen, formte sie zu Stiel und Blüte und befestigte dieses einzelne Blütenblatt dann an einer Blume. Danach formte sie das nächste Blütenblatt es ging so weiter bis die Blume die richtige Form hatte.
Ihre Ausbildungszeit betrug 4 Jahre.
Im nächsten Raum sahen wir eine Dame die mit Pinsel und Farben arbeitete. Sie bemalte frei Hand Teller mit immer der gleichen Blume und jede Blume sah genauso aus wie die vorherige. Sie erklärte, zeichnete die Blume vor, so wie es auf diesem Teller gefordert wurde zeichnete sie auch die Tellerränder für kleine Blüten vor.
Die Farben haben einen ganz anderen Ton und erhalten erst nach dem Brand die richtige Farbe. Sie malte zuerst mit einem „Bleistift“ die Konturen der Blume bevor sie zum Pinsel griff um die Farben aufzutragen.
Auch hier dauert die Ausbildung ungefähr 2,5 bis 3 Jahre. Es folgen dann mehrere Brände, mehrere Farbaufträge wie Goldränder usw. bis der Teller ganz fertig für den Verkauf ist.
Als wir diese Schauräume verliessen standen wir vor einer Fliesenwand. Hier waren auf Fliesen Vögel aufgemalt und gebrannt , alle möglichen Arten von Vögeln vom Papagei bis zu kleinen Kolibris und grossen Schwänen, Kormoranen usw war alles vorhanden. Insgesamt sollen ca 100 verschiedene Vögel auf diesen Fliesen abgebildet sein. Das Fliesenbild dieses Vogelschwarms ist 2,40 x 5,40 m gross. Und durch diese grosse Arbeit auch entsprechend teuer. Für so ein Kunstwerk benötigt man einen grossen Raum damit es wirkt. Es ist wunderschön anzusehen.
Dresden und Meissen
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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