Porzellan aus China und eine Veränderung
Leider hatte das Römermuseum in Hildesheim – wie auch in Dresden – einen Einbruch zu verzeichnen. Dies führte dazu, dass kaum noch Originale gezeigt werden, sondern es gibt Beschreibungen, Kopien, Fotografien und dergleichen mehr. Schade! Denn wir betrachten und vergleichen gerne die Originale wenn wir ähnliches in anderen Museen sehen, auch wenn wir wissen dass wir meistens allein in den Museen herum spazieren, uns alles anschauen und dann darüber diskutieren.
Diesmal war das Thema „Es ist angerichtet“
Die Einführung war eine Bitte um Verständnis für die abgeänderten Maßnahmen
.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 2023 wurden aus dem Museum drei Objekte aus der berühmten China-Sammlung gestohlen. Zwei Kerzenleuchter und ein Schultertopf. Von den Tätern und den gestohlenen Objekten fehlt aber bis heute jede Spur. Inzwischen ist klar, dass dieser Diebstahl von hochprofessionellen Auftragstätern verübt wurde.
Die Sicherheit der ausgestellten Objekte wurden grundlegend überprüft und nochmals erhöht. Die Möglichkeiten der professionellen Kriminalität erfordern in allen Museen eine beständige Aktualisierung.
Die beiden gestohlenen Kerzenleuchter wurden von dem Direktor der kaiserlichen Porzellanwerkstätten gestiftet, sie waren Teil einer 5-teiligen Opfergarnitur. Diese bestand aus 2 Vasen, einem Gefäss und den zwei Kerzenleuchtern. Tang Ying der Direktor hatte 1740 drei Garnituren in Auftrag gegeben. Sie waren alle für ausserhalb Pekings bestimmt. Die Leuchter aus der Sammlung des Museums wurden für den Tempel der Bodhisattwa der Barmherzigkeit hergestellt. Eine Vase wurde 1979 in eine Privatsammlung verkauft und der Verbleib der übrigen Gefässe ist unbekannt.
Das nächste Objekt war eine Kopie der Stickerei zum 80. Geburtstag des legendären Generals Guo Ziyi aus der Tang-Zeit. Der General wurde später in Volkslegenden zu einem Gott des Reichtums und des Glücks. Neben seiner Familie nehmen auch der Kaiser und die Kaiserin sowie daoistische Gottheiten teil.
In der Ming- und Qing-Zeit war das Motiv des Geburtstagsempfangs als Glücks- und Segenswunsch beliebt.
Diese Stickerei wurde 1876 in Peking erworben.
Die Kunst der Porzellanherstellung gelang in Europa erst 1500 Jahre später als in China. Vor der Entschlüsselung des Geheimnisses kamen tausende Objekte aus Pozellan aus China. Sie wurden extra für den europäischen Markt hergestellt.
Das Geschirr am kaiserlichen Hof kam aus den kaiserlichen Porzellanmanufakturen. Duie erste Manufaktur für Keramik (960-1279) befand sich in Kaifeng. Im Jahr 1004 ernannte der Kaiser Zhao Hang die Stadt Jingdezhen zur kaiserlichen Porzellanmanufakur. 1675 wurde diese Stadt im Laufe einer Revolution vollständig zerstört und erreichte erst im 18. Jahrhundert wieder ihre vorherige Porzellanqualität. Sie ist bis heute das Zentrum der Porzellanherstellung.
Hier war aber nicht nur Porzellan sondern auch die Herstellung von Seidenstoffen.
Berühmte Manufakturen für Lackarbeiten waren u.a. auch in Suzhou und direkt im Palastkomplex Beijing. Diese kaiserlichen Lackarbeiten waren besonders begehrt und besassen meist eine zinnoberrote Farbe. Daneben waren unter Glas Vasen und Schalen ausgestellt. Die rote Farbne sowie die Lackarbeit auf den Schalen waren sehr intensiv gefärbt.
Für die kaiserliche Tafel oder besser für den kaiserlichen Haushalt wurden Porzellane in grossen Mengen hergestellt. Einer historischen Quelle aus dem 26. Regierungsjahr des Guangxu-Kaisers zufolge (1871-1908) wurden bis zu 1800 Stück von einem Porzellan produziert. Die chinesischen Kaiser hatten kein Ess- oder Speisezimmer im eigentlichen Sinn. Jeder Raum konnte ihnen als Speisezimmer dienen. In der Regel assen sie dort, wo sie gerade arbeiteten oder auch in ihren Schlafgemächern. Eine Mahlzeit wurde in einer Vielzahl von Schüsseln und Schälchen serviert.
Der Qianlong-Kaiser (1711-1799) aß besonders gern aus Schalen mit dem famille-rosé-Dekor.
Der Begriff bezeichnet Porzellane bei deren Dekor aus Europa importierte Emaillefarben Verwendung fanden. Diese Farben genossen bei der Porzellanherstellung zunehmende Wertschätzung und wurden aufgrund der europäischen Herkunft der Farben als „fremde Farben“ bekannt.
Neben diesen Ausführungen wurde u.a. ein grosses – bunt bemaltes oder gebranntes Glas in einem Schaukasten gezewigt. Der Spruch auf diesem Glas war für mich etwas schwieri zu lesen:
Frisch fröhlich und wacker sind die Fleischer. Sie schlachten das Vieh schwarz und weiss und trinken das Bier mit allem Fleiss. Hildesheim Anno Domini 1654. Vor diesem Glas war ein grober eingerollter Teppich (oder es war ein wirklich grob gewebter Schutz für das Glas. Links daneben stand eine braune Bierflasche mit einem „Henkelverschluss“ sowie ein grosser Bierhumpen. Die Schrift auf diesem Glas konnte ich leider nicht entziffern.
An der Wand waren einige Sinnsprüche:
„Alle Speise köstlich schmeckt, wenn den Tisch die Liebe deckt“ (Felix Dahn)
oder
„eine gute Küche ist das Fundament allen Glücks“ (George Auguste Escoffier)
oder
„ein leerer Magen ist ein schlechter Ratgeber“ (Einstein)
Und dann war ein alter Ofen (Küchenhexe) ausgestellt, mit Wasserkessel, zwei alten Bügeleisen, die noch mit Kohle bestückt wurden. An dem Handlauf waren die damals üblichen Greifzangen aufgehängt. Sowie eine „Wandschüssel“ für Wasser. Bei dem daneben platzierten Küchenschrank konnte man Koerbe, Schalen und anderes K+chengeschirr der damaligen Zeit sehen.
Zum Abschluss waren noch Beschreibungen von der Vervielfältigung der Bücher angeschlagen.
Der Beruf des Schreibers erfreute sich grossen Ansehens – die Ausbildung fand meistens in Klöstern und Domschulen statt.
Ein Schreiber beklagte sich im 8. Jahrhundert „Oh wie schwer ist das Schreiben. Es trübt die Augen, quetscht die Nieren und bringt zugleich allen Gliedern Qual. Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet.“
wie schwer ist das Schreiben
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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