Adventsfahrt nach Hannover

 

Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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Johanna
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Registriert: Mittwoch 14. Januar 2004, 15:04
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Adventsfahrt nach Hannover

Beitrag von Johanna »

Adventsfahrt nach Hannover

wir haben uns entschlossen einen Weihnachtsmarkt in Hannover zu besuchen. Ein örtlicher Busunternehmer bietet das an – wir buchten zwei Plätze und machten uns zum Betriebsgelände des Busunternehmers auf, um unser Auto dort abzustellen. Uwe holte meinen Rollstuhl aus dem Auto und wir warteten, dass uns der Zubringerbus abholt. Er kam pünktlich an und auch am Zustiegsort wartete schon der grosse Bus . Der Rollstuhl wurde verpackt und los ging es zum nächsten Zustiegsort. Die Fahrt nach Hannover verlief schnell und ohne Probleme. Eigentlich wollten wir gar nicht zu einem Weihnachtsmarkt, ich hatte mich schon erkundigt – Internet ist da sehr hilfreich – was man in Hannover so alles ansehen kann.
Der Busfahrer erklärte uns dass er am neuen Rathaus hält und als wir um die Kurve zum neuen Rathaus einbogen sah ich davor ein Schild an einem grossen Gebäude: Kestner-Museum! Das war es doch! Ade Weihnachtsmarkt – Willkommen Museum! Doch zuerst betraten wir das Rathaus – eine „protziger Aufgang“, eine grosse Eingangshalle und Brautpaare die mit Fotografen hier waren um in diesem Ambiente für den schönsten Tag im Leben alles im Bild festhalten zu lassen.

Ich sagte Uwe dass ich ein Museum vor dem Rathaus gesehen habe und er fragte mich was es denn für eine Ausstellung hat. Da musste ich leider passen, ich wusste es nicht, aber als wir an der Tür des Gebäudes waren besagte ein Schild dass es eine Ägyptenausstellung gibt. Nun Ägyptisches hatten wir schon vieles gesehen, aber man weiss ja nie, also kauften wir die Eintrittskarten und erkundigten uns nach dem Fahrstuhl, denn Treppen steigen ist nicht gerade mein Lieblingssport.

August Kestners grosse Liebe galt der Kunst des alten Ägyptens und mit seiner Sammlung konnte man den Hannoveranern 1889 in dem nach ihm benannten Museum die zweitgrösste Ägyptensammlung Deutschlands präsentieren. Zwischen 1935 und 1951 kamen 2000 Objekte durch Ankäufe aus der Sammlung eines Ägyptologie Professors hinzu.
Tragisch war der Verlust 1945 von ca einem Drittel der Sammlung durch Plünderungen während des Krieges. Allerdings wurde diese Lücke in der Zwischenzeit durch weitere Ankäufe geschlossen. Hier spielten immer wieder Privatsammlungen eine wichtige Rolle. Mit aktuell ca 4000 Stücken, darunter ca 100 Leihgaben kann das Kestner-Museum alle Bereiche des alten Ägyptens von über 10.000 vor Christus bis weit in die christliche und mit der Islamsammlung sogar bis in die islamische Zeit Ägyptens hinein illustrieren.

Das erste was wir sahen waren Mumien und die Beschreibung über die Mumifizierung.
Die Mumie ist das faszinierendste Phänomen der ägyptischen Kulturgeschichte. Mit ihr wird nicht nur der Tote in menschlicher Form konserviert, sondern sie ist auch ein Hinweis auf den Gott Osiris, zu dem jeder Tote wird.

Osiris wurde von seinem Bruder ermordet, zerstückelt und in den Nil geworfen. Die Gattin des Osiris sammelte die Stücke überall in Ägypten zusammen und wickelte sie ein – das war die erste Mumie und weil alle Teile Ägyptens beteiligt waren bedeutet dies auch die Einheit des Landes.

Zu Beginn der ägyptischen Zivilisation beobachteten die Ägypter, dass ein Leichnam der im Wüstensand lag austrocknete und sich vollkommen erhalten hatte. Als man aber begann die Toten in Särgen zu bestatten konnte man diese Art der Konservierung nicht mehr durchführen, so musste die Mumifizierung künstlich erreicht werden.

Das Ziel einen Toten als kompletten Menschen zu erhalten führte dazu, dass dem Toten genau so wie den Lebenden täglich Nahrung zugeführt werden musste um im Jenseits weiterleben zu können. Dies ist der wesentliche Grund für dem Jenseitsglauben der Ägypter. Die Rituale die dazu führten dass man im Jenseits weiter leben kann führten auch zu der Waage auf der die Seele/das Herz gemessen wurde und wenn sie so leicht wie eine Feder war konnte der Tote das Jenseits betreten. Nicht die „Unschuld“ bestimmte das Urteil, sondern die Fähigkeit, sich von seinen Sünden los zu lösen.

Auf den Körper der Mumie legten die Balsamierer häufig Amulette, die den Toten magisch schützen sollten. Oft waren es ausgewiesene Schutzgottheiten wie Osiris oder die vier Horussöhne, oder das Udjat-Auge und die Schutzzulesende Sa-Schlaufe. An die Stelle des Herzens wurde ein Skarabäus gelegt. Das Amulett welches auf den Bauch gelegt wurde – dort wo er geöffnet wurde – zeigte Zeige- und Mittelfinger und besteht meist aus mit Goldfolien bedeckten schwarzem Stein.

Hathor ist eine der ältesten und wichtigsten Gottheiten Ägyptens. Ihr Name bedeutet „Der Tempel des Horus“, weil jeder Pharao der Gott Horus war, ist Hathor eine sehr eng mit ihm verbundene Göttin. Im Diesseits gilt sie als seine Mutter, im Jenseits als sein Gattin. Neben der Göttin Maat - die Verkörperung der Weltordnung – war sie Tochter des Sonnengottes Re.
Dieser himmlische Aspekt wird durch die Sonnenscheibe ausgedrückt, die sie auf dem Kopf trägt.
Und da die Kuh als besonders fürsorgliches Tier gilt, sitzt Hathor auch auf ihr zwischen den beiden Hörnern.

Wie die nordischen Völker auch so hatte Ägypten die eigene Götterwelt. Jedes Dorf hatte sein eigenes System und diese Göttervielfalt wurde von den Ägyptern schon früh geordnet. Sie stellten anhand von Mythen die Götterwelt zu Familien oder ganzen Generationen zusammen. Im Weltenstehungsmythos von Heliopolis schuf sich „die Abendsonne“ Atum durch Masturbation selbst, Körperflüssigkeiten wurden zu seinen Kindern Luft und Feuer (Schu und Tefnut) . Dieses Geschwisterpaar zeugte die Erde und den Himmel (Geb und Nut) und nach Seths Mord von Osiris gebahr ihm die Gattin Isis den Sohn Horus. Jeder ägyptische Pharao manifestierte sich in dieser Gestalt.

Die Göttin Thoeris war eine kleine Gottheit, die keinen eigenen Tempel hatte. Thoeris war für die Geburt von Kindern zuständig und wurde deshalb als aufrecht stehendes Nilpferd mit dickem Bauch dargestellt. Sie hatte Löwenbeine und einen Krokodilschwanz war also ein sehr mächtiges Wesen. Als Hausgöttin wurde sie später von Bes abgelöst, der allmächtiger Schutzgott für alle Bereiche des menschlichen Lebens zuständig war.

Nach Amenhotep III bestieg Amenhotep IV sein zweiter Sohn den Thron. Dieser änderte allerdings seinen Namen zu Echnaton „der dem Aton Nützliche“. Mit seiner Gattin Nofretete wurden beide zu Kindern Atons gemacht. Denn Aton war zgu seiner Zeit der Sonnengott der für die ganze bekannte Welt zuständig war. Amun als Zweit-Sonnengott wurde dadurch überflüssig und Echnaton liess ihn überall tilgen. Nach Echnaton regierte kurz eine Königin dann Semenchkare und endlich der in der heutigen Zeit von allen bekannte Tutanchamon.
Der Fund seiner Grabstätte mit den grossen Kostbarkeiten wurde weltweit bekannt. Der Schatz des Tutanchamon wurde teilweise auf allen Erdteilen ausgestellt.

Hier ist die Sitzgrppe des Ki-nebu und der Iset zu sehen – auch dies aus der Zeit des Amenhotep III

Das frühe neue Reich der 18. Dynastie brachte allmähliche Veränderungen.
Die Fremdherrscher wurden von den in Theben residierenden Pharaonen vertrieben. Dadurch konnte Ahmose als wieder über ganz Ägypten herrschender König den Thron besteigen, der erste König der 18. Dynastie. Ihm folgten Könige mit bekannten Namen Amenhotep „Der Amun zufrieden stellt“ und Thutmosis „der von dem Mondgott Thot geborene“ Nachdem fast 20 Jahre lang Hatschepsut Pharaonin war, werden unter Thutmosis und Amenhotep III sicher die bedeutendsten Leistungen in Politik und Kunst erbracht wie z.B. eine beinahe ständige Präsenz in Vorderasien und Nubien, sowie der Ausbau Thebens zur glanzvollen Metropole.
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