der Zwinger -. alte Meister

 

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Johanna
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der Zwinger -. alte Meister

Beitrag von Johanna »

Der Zwinger – alte Meister

Am nächsten Tag besuchten wir im Zwinger die Abteilung „alte Meister“.

Ich glaube den Zwinger brauche ich nicht beschreiben, dieser ist sicher allgemein bekannt. Er prägt das Stadtbild . Im Zwinger sind nicht nur die Gemäldegalerie sondern auch das grüne Gewölbe, Porzellansammlung, Mathematisch-physikalischer Salon, Kupferstichkabinett und ich glaube auch die Münzsammlung anzuschauen. So viel Zeit hatten wir nicht, aber die alten Meister wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Wir fuhren mit dem Aufzug in den ersten Stock nachdem wir den Eintritt bezahlt und unsere Jacken und Taschen in den Schliessfächern verstaut hatten.
Gleich am Eingang war ein grosser Glaskasten in welchem verschiedene Materialien für eine Restaurierung von Bildern waren. An der Wand hingen Bilder mit Erklärungen .
Man sah eine Infrarot-Reflektrographie mit der Gitterstruktur des Papierschöpfrahmens, Mittels dieser Technik wurde der eigentliche Bildträger, ein Blatt Papier erkannt.

Im Jahr 2020 wurde das Gemälde „Die Kreuzigung Petri „ und sein Schmuckrahmen restauriert. Strahlendiagnostische Voruntersuchungen zum Zustand der Malschicht zeigten, dass es sich bei dem vermeintlichen Holzgemälde um eine Ölmalerei auf Papier handelt.
Mittels Infrarot-Reflektrographie konnte die Gitterstruktur des Schöpfsiebes sichtbar gemacht werden, die bei der Herstellung des Papierbogens entstand. Das Bild schuf ein bisher unbekannter Künstler vor dem originalen Gemälde Caravaggios in Santa Maria del Popolo in Rom. Das bemalte Blatt wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt auf eine Eichenholztafel geklebt mit Gemäldefirnis überzogen und damit in ein scheinbares Tafelbild umgewandelt.

Im ersten Saal den wir betraten faszinierte mich ein Gemälde eines Eremiten, Er sitzt an einem Felsen auf dem ein grosses schweres Buch liegt. Es ist aufgeklappt und der bärtige, alte Eremit hat seinen Kopf etwas auf seinen linken Arm abgestützt und liest in dem aufgeklappten dicken Wälzer.
Die Stirnfalten, die Knochen der Hand, die Runzeln um Augen und Nase – alles ist so abgebildet dass man meint, dieser Alte steht gleich auf, klappt das Buch zu und entfernt sich mit gemessenen Schritten. Das Gemälde stammte von Salomon Koninck der in Amsterdam von 1609 bis 1656 lebte. Er war Mitglied der Malergilde in Amsterdam und hatte sich bei Rembrandt gebildet.
Daneben hing ein kleineres Bild von Matthias Stom „die Alte mit der Kerze“. Auch hier das Zeichen des alterns, Falten, nachdenklicher Blick die Haare zurückgebunden mit einem Schal. Das leichte Lächeln des Mundes kann man fast übersehen wenn man die Augen betrachtet.

In einem Nebenraum hingen Tapisserien – grosse Wandteppiche, kunstvoll gearbeitet. Die Weihnachtsgeschichte, die Himmelfahrt, die Kreuzigung. Sehr plastisch mit vielen kleinen Details.

Der nächste Raum zeigte Schiffe – die mächtige holländische Handelsflotte trug im 16. und 17. Jahrhundert erheblich zum Reichtum der Republik der Vereinigten Niederlande bei. Marinebilder mit detaillierten Darstellungen einzelner Schiffe die in der Nähe einer unbekannten Küste ankern, fanden grossen Anklang. Die bizarre Felsenlandschaft am Ufer welches in einem Bild dargestellt ist, war das Produkt der Phantasie des Malers. Anregungen wurden von Malerkollegen gegeben wie ein Schild besagt.

Auf einem weiteren Bild sieht man ein rotes Band welches mit Messingnägeln auf ein Holzbrett aufgespannt ist-Dahinter geklemmt sind Briefe, eine Schreibfeder und ein Federmesser -. alle für die Tätigkeit des Briefschreibens benötigte Utensilien sind auf dem Steckbrett versammelt. Die augentäuschende Darstellung spiegelt eine reale Körperlichkeit der Dinge vor eine Spezialität der Stillebenmalerei des 17. Jahrhunderts. Wie aus den Adressen xder briefe hervorgeht dokumentiert hier der Schreiber ein Netzwerk Frankfurter Kaufleute und Künstler.
Bei den Skulpturen wird u.a. Diana die römische Göttin der Jagd gezeigt, die einen Pfeil aus ihrem am Rücken getragenen Köcher zieht. Der Bogen ist in ihrer linken Hand angedeutet. Ein kleiner Hirschbock springt an ihr empor, diese Bronzefigur wurde um ca. 1555 hergestellt.
Eine andere Bronzuefigur zeigt einen dramatischen Todeskampf. Der trojanische Priester Laokoon hatte als einziger die List des Odysseus erkannt und vor dem hölzhernen Pferds in dem sich griechische Krieger versteckten, gearnt. Die Göttin thena, die den Untergang Trojas wollte, sandte daher Schlangen die Laokoon und seine Söhne töteten. Diese Bronze ist eine verkleinerte Wiederholung der berühmten antiken Marmorskulptur die 1506 in Rom gefunden wurde .
Eine weitere bronzene Skulptur zeigt den aub der Sabinerin um 1700 und die letzte Figur, welche ich hier versuche zu beschreiben ist die Satuette des Apollo und die des nebenstehenden Marsyas. Sie bilden eigentlich eine Gruppe die den musikalischen Wettstreit der beiden zum Thema hat. Triumphierend streckt der mit Lorbeer bekrönte Gott seinen rechten Arm aus, während er in der Linken die Leier hält. Diese Figuren sind um 1715 geschaffen worden.
In einer anderen Abteilung waren Bilder von Dresden zu sehen – Zwinger, Menschenansammlungen usw,
Die höfische Malerei in Dresden nimmt einen weiterne Raum ein. In der erste Hälfte des 18. Jahrhunderts wuchs die kurfürstlich-königliche Bildersammlung durch zahlreiche Neuerwerbungen. Die verfeinerte sächsische Hofkultur wurde eben zum Bildthema wie die Landschaften rund um Dresden. Vedutenmaler Johann Alexander Thiele hielt dies naturgetreu in seinen Bildern fest.

Bis ins hohe Alter fertigte Graff Selbstbildnisse an - Akribisch, wahrheitsgetreu mitunter manchmal schonungslos gibt er Auskunft über seinen mentalen und körperlichen Zustand – sodass sich die Bilder fast wie Zustandsprotokolle lesen lassen. Nachweislich ist Graff nachweislich ab ca 1800 an einer Sehschwäche erkrankt, die er durch eine Brille korrigieren konnte. Seine Malweise ändert sich aber später.

Auf einem Podest ist Dresden, die Frauenkirche, Zwingfer für Blinde und Sehschwache Personen aufgebaut.

Der illegitime Sohn von August dem Starken und Maria Aurora Gräfin von Königsmarck gilt als Wunderkind. Er trat 1720 in den französischen Militärdienst ein und wurde einer der berühmteasten Feldherren seiner Zeit , den man zum Marschall von Frankreich ernannte. Der Sockel zeigt das herzoglich-sächsische Wappen unter einer Grafenkrone und über zwei gekreuzten Marschallstäben mit bourbonischen Lilien . Ausserdem eine Kette an der das Ordenskreuz des polnischen Weissen Adler Ordens hängt.

Duie drei Vestalinnen sind sehr verehrungswürdig. Sie sind die ersten grossen Entdeckungen von Herculaneum . Was sie noch schätzbarer macht ist die grosse Manier in ihren Gewändern. So wird die Bekleidung der Vestalinnen beschrieben die August II. 1736 für den sächsischen Hof erwarb 25 Jahre zuvor waren sie bei Schachtarbeiten in Resibna zu Tage gekommen und dies führte letztendlich zur Wiederentdeckung von Herculaneum welches 79 beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde.
Wir haben noch viel mehr gesehen und bewundert, aber es würde viel zu lang werden alles zu beschreiben.
Am besten ist, man fährt selbst hin und schaut sich alles an.
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