Sargenzell

 

Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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Johanna
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Sargenzell

Beitrag von Johanna » Montag 25. November 2019, 14:19

19.10.
Eine Orgelmatinee im Fuldaer Dom lockte uns und wir wollten dies auch mit einem Besuch des diesjährigen Früchteteppichs in Sargenzell verbinden.
Doch zuerst die Orgelmatinee:
Beim Betreten des Domes wurde uns sehr geholfen – Rampe für meinen Rollstuhl und einen besonderen Platz mit viel Beinfreiheit waren die Vorzüge. Pünktlich begann der Organist, der bereits als Leiter grosser oratorischer Chorwerke Aufführungen wie „Carmina Burana“ von Carl Orff oder „Te Deum“ von Joseph Haydn verantwortete. Sein Repertoire als Organist ist überaus umfangreich und stilistisch auch weit gefächert. Zu den vorgetragenen Werken gehörte u.a. Orgelsonate Nr-. 8 e-Moll von Josef Reinberger. Allerdings gefiel uns das zweite vorgetragene Stück von Henrik Andriessen viel besser. Es war leichter, fröhlicher – das Thema mit Variationen aus dem Jahr 1949 hatte eine leicht nachvollziehbare, klare Struktur und einige musikalische Ideen erfreuten nicht nur uns sondern auch bei den anderen Zuhörern merkte man das lockere an. Nach einer Orgelsinfonie von Enjott Schneider sowie einer Tocvcata e-Moll von Josef Callaerts machten wir uns dann auf den Weg nach Sargenzell zu dem diesjährigen Früchteteppich...

Hier ist jetzt eine neue Künstlerin und Leiterin tätig und das sieht man auch gleich wenn man den kleinen Kirchenraum betritt. Der Früchteteppich sieht aus, als ob er flauschig wie ein Hirtenteppich gewebt wäre. So jedenfalls der erste Eindruck beim Eintreten. Wieder sind sehr viele Menschen hergekommen um diesen Teppich zu bewundern und eine der Mitarbeiterinnen steht auch parat und erklärt die benutzten Blüten, Samen – erklärt das mühsame Sammeln der einzelnen benötigten Farben durch Samen und Früchte. So hat man einen bestimmten rostbraunen Ton durch trocknen von Gemüse/Mohrrübenschalen und „schreddern“ erhalten. Einen Farbton, den es eigentlich in der Natur ohne bearbeiten nicht so gibt. Einen ganz bestimmten Rotton erzeugten Samenkörner aus Sri Lanka, die ihnen, den Mitarbeitern, von Schülerinnen aus Sri Lanka geschenkt wurden.
Das diesjährige Motiv sind die Zöllner, die Jesus besucht und die Berufung des Zöllners Levi.
Die Umrandungen sind jetzt nicht mehr schwarz – sondern es sind „weiche“ Übergänge. Die Gesichter der Menschen die hier abgebildet sind, die Gewänder – alles ist genauso faszinierend anzusehen wie im letzten Jahr. Die Dame erklärt die einzelnen Arbeitsschritte des Aufbaus – dann das wieder einsammeln der einzelnen Samenkörnchen. Die mühsame Arbeit des Malens in einzelnen Abschnitten und – was ich besonders unhöflich fand – sehr viele Besucher standen zwar dabei, hörten aber nicht zu sondern quatschten einfach miteinander. Man merkte der Vortragenden an, dass sie mit Leib und Seele bei dieser Art der Präsentation dabei ist. Eintritt wird wieder nicht verlangt aber Spenden sind immer willkommen.

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