innere Schönheit

 

Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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Johanna
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innere Schönheit

Beitrag von Johanna » Montag 25. November 2019, 14:37

Wir waren auf dem Weg zum Kuckuck – im Thüringer Wald ist ein wunderschönes Tal – eng, schmal, grüne und herbstlich braun-goldene Farbtöne säumen die Strassen. Die Bäume, Wiesenflecken und auch die Licht- und Schattenspiele – ständig ist es ein anderes Bild, wenn man die Strasse entlang fährt.

Man glaubt man ist am Ende der Welt und es kommt nichts mehr – aber dann, irgendwann ist da eine Ansammlung von 3 Häusern und eines davon ist „zum Kuckuck“ in Neumühle bei Wurzbach. Wir waren hier verabredet mit einem Ehepaar aus dem Weimarer Land.

Doch zuerst musste Uwe den Wohnwagen reparieren bevor wir losfahren konnten und mittlerweile hatte ich schon unser Treffen abgesagt, weil wir nicht wussten ob wir das Ganze terminlich schaffen. Wir betraten den Club – wurden begrüsst mit den Worten: ich hab schon gesehen, dass ihr kommt – die Formalitäten waren schnell erledigt.

Der Club ein altes Gemäuer, links die Gaststube – der Hausflur sehr eng und die Stufen in den ersten Stock äusserst steil und schmal. Wenn sich zwei Personen begegnen dann muss eine Person warten bis die andere Person die Treppe bewältigt hat, Alles sieht nach einem alten umgebauten Bauernhaus aus – am Berghang gelegen.

Wir ziehen uns um, verstauen unsere Klamotten in einem Spind und betreten die Gaststube. Das Ehepaar ist bereits anwesend – aber welche Enttäuschung - ausser einer kurzen Bemerkung: „Ihr habt es ja doch noch geschafft“ kommt weiter nichts. Noch eine Bekannte von Uwe ist in diesem Raum und auch von ihr kommt, trotz vorheriger schriftlicher Kontaktaufnahme wie sehr sie sich über ein Wiedersehen freuen würde, nichts.

Nun gut – wir schauen uns erst einmal um, denn diesen Club besuchen wir zum ersten Mal. Ein Durchgangszimmer auf der rechten Seite des Hauses ist bestückt mit 2 Sofas die sich gegenüber stehen, einem kleinen runden Tisch und weiteren Sitzgelegenheiten. Hier schliesst sich ein Raum an in welchem ein kleines Buffett aufgebaut ist. Drei Tische mit Stühlen – eigentlich viel zu wenig für die vielen Leute die sich hier treffen, aber man ist ja hier nicht zum Essen und trinken gekommen. Wir schauen uns in den oberen Räumen um – alles sehr beengt – allerdings gibt es einen großen Vorteil hier: für jedes Zimmer gibt es eine angrenzende Dusche mit WC. Das spricht für diesen Club. Ein Whirlpool ist auch vorhanden und wir nutzen ihn.

Dann öffnet sich die Tür zu der Gaststube und herein kommt ein „spritziges Persönchen“ - stellt sich mit Nicoletta vor und begrüsst die Anwesenden, welche sie schon kennt. Anschliessend werden auch die „Neuen“ mit Handschlag begrüsst und gleich in ihre Unterhaltung mit einbezogen. Ein erfrischend offener Charakter diese Nicoletta. Sie kann keine Minute still stehen oder sitzen – redet mit Händen und Armen, zappelt von einem Bein auf das andere und ist überhaupt sehr lustig. Obwohl es schon sehr kalt ist, geht sie leicht bekleidet nach draussen um sich einen Glimmstengel anzustecken. Die Raucher treffen sich draussen, denn in den Räumlichkeiten herrscht Rauchverbot.

Viel los ist in den einzelnen Räumen nicht – alles kaum der Rede wert und von dem Ehepaar sowie von Uwes Bekannter ist auch nicht viel zu sehen – ein paar Sätze spricht man, aber von kennen lernen wollen keine Spur. Nur in der Gaststube zwei Herren die von weit her gekommen sind, aber sich nur mit einem Getränk den Abend vertreiben.

Bis auf eine Dame, die zur Tür hineinkommt und gleich den ganzen Türrahmen mit ihrer Oberweite ausfüllt, sodass wirklich nichts mehr dazwischen passt. Absolut sehenswert und wir denken gleich an unseren Bekannten, der auf solch eine üppige Oberweite steht. Ihr Begleiter ein dünner „Spargel“. Eine andere Dame hat ein sehr schönes grosses Tatoo auf dem Rücken und i ch frage wie lange sie denn dafür still sitzen musste – einige Stunden habe ich erfahren.

Spät in der Nacht ziehen wir uns wieder um und verschwinden in unserem Wohnwagen, doch bevor wir endgültig Nachtruhe haben, bekommen wir mit, wie sich draussen lautstark und lange Personen noch verabschieden und zu einem nächsten Treffen verabreden.
Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Rudolstadt. Die Altstadt hat einen Marktplatz und eine Fußgängerzone die um diese Uhrzeit fast ausgestorben wirkt, Ein Kaffee hat geöffnet und wir trinken hier Kaffee und Schokolade, essen ein Stück Kuchen. Auf der Theke steht eine alte Kassiermaschine – eine Kurbel, viele Hebel um den Betrag einzutippen und anzuzeigen – ein altes Stück, aber sehr gepflegt.
An einem Haus auf dem Marktplatz ein Schild: Der Menschen Würde ist in Eure Hand gegeben. Bewahret sie, sie sinkt mit Euch – mit Euch wird sie sich heben!
Wir schauen uns die Geschäfte in der Fußgängerzone an, sehen Hinweisschilder die zu einem Schloß hinführen und sehen an einer Hauswand Bilder wie die Stadt früher einmal aussah. Gegenüber ein Frisör mit dem Hinweis dass innere Schönheit eine super Sache ist, ein guter Haarschnitt aber irgendwie auch!

Wir machen uns auf den Weg zum Schloß.

ifluxxi
Beiträge: 9
Registriert: Donnerstag 5. März 2020, 14:46

Re: innere Schönheit

Beitrag von ifluxxi » Dienstag 24. März 2020, 13:07

Eine schöne und interessante Geschichte.

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