Spurensuche im Nirgendwo

 

Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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Johanna
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Registriert: Mittwoch 14. Januar 2004, 15:04
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Spurensuche im Nirgendwo

Beitrag von Johanna »

Spurensuche im Nirgendwo…...

Ich habe schon so viel über das Eichsfeld gehört, dass ich einfach herkommen musste……

so oder so ähnlich sind die Worte die man auf dem Videoband hört. Der Besuch des Papstes in Etzelsbach wird heute – 7 Jahre danach – immer noch „hoch gehalten“. Eichsfeld als fast rein katholisches Gebiet zehrt immer noch davon.
Doch von Anfang an: Wir hatten an diesem schönen Sommertag nur ein paar Stunden Zeit uns etwas anzuschauen. Zur Auswahl stand eigentlich nur das Grenzlandmuseum Eichsfeld – kleiner wie Schifflersgrund, doch während der Fahrt fragte mich Uwe ob ich die Wallfahrtskapelle Etzelsbach kenne. Kannte ich natürlich nicht- also machten wir einen Abstecher dorthin.
Der kleine Ort Steinbach war einst ein stattliches Bauerndorf. Der Ortsname hat sich über die Jahrhunderte nicht verändert und ist auch heute noch jedem verständlich.
Die Wallfahrtskapelle wurde 1897 im neugotischen Stil erbaut. Einst soll hier ein pflügender Bauer eine Pietá gefunden haben, das heutige Gnadenbild.
Vor der eigentlichen Kapelle ist ein Platz auf dem ein modernes Gebäude steht – im Vorraum hängt an der Wand ein grosser Fernseher, auf dem der Besuch des Papstes gezeigt wird. Es gibt genügend Sitzmöglichkeiten. Auch ausserhalb auf der Terrasse findet man Tische und Stühle um sich mitgebrachte Verpflegung schmecken zu lassen. Für Besucher sind Toiletten vorhanden.
Schautafeln vervollständigen vor dem Haus das Wissen der Informationshungrigen.
Vor dem Besuch des Papstes gab es hier …..nichts!
„Das ist in der Mitte von Nirgendwo“ so äusserte sich der päpstliche Reisemarschall bei seiner Visite des Wallfahrtsortes im Februar 2011. Von da an stand fest: der Besuch des heiligen Vaters im Eichsfeld wird eine logistische Meisterleistung.
60.000 Menschen haben sich über ihre Kirchengemeinden oder per Internet gemeldet, aber viel mehr Menschen kamen. Auf einer Tafel sind die konkreten Zahlen angegeben: der Helfer, der Ehrengäste, der beteiligten Feuerwehrleute. Die Anzahl der Versorgungsstände, wieviel frisches Trinkwasser kostenlos verteilt wurde, Anzahl der kostenlos verteilten Müsliriegel – und was auch ganz wichtig ist, das neu geschaffene sternenförmige Pilgerwegenetz um Etzelsbach herum. Die Anzahl der Lautsprecher waren auch enorm wichtig, es sollten ja auch alle deutlich hören was der Papst zu sagen hatte.

In kleinem Abstand vor der Marienkapelle ein grosses überdachtes Holzkreuz. Das Kreuz ist aus Lindenholz und hat mit Fuß eine Länge von 4,5 m, eine Breite von 2,2 m. Die 25 Jugendlichen haben im Rahmen eines Kurses einen Werkstattbesuch zum Holzbildhauer H. Günther aus Hüpstedt unternommen und durften dort auch am Holz arbeiten.

Das Kirchlein klein und schlicht über dem Eingang eine Engelfigur mit einem Palmwedel in der Hand. In der Kirche helle, farbige Fenster. Neben den Nebenaltären Steinfresken von ausgesuchter Schönheit.

Wir fuhren weiter zum Grenzlandmuseum Eichsfeld bei Teistungen. Hier war die deutsche Teilung, der Mauerbau – viele Informationen die man auch in Schifflersgrund bekommt mit Fotos, Zeitungsartikeln usw. untermauert. Ebenso waren die Uniformen sowohl der DDR-Beamten als auch der Westdeutschen Beamten ausgestellt. Hier fanden wir einen tollen Erlebnisführer und sobald ich etwas Zeit und auch Lust habe, werde ich alle Orte und Sehenswürdigkeiten markieren, die wir bereits einmal besucht haben. Den Aussenbereich haben wir uns nicht genauer angesehen – beim vorbeifahren sahen wir dann einen Teil der Grenzbefestigungen.

Weiter ging die Fahrt nach Duderstadt. Der Name sagte mir zwar etwas – ich hatte ihn schon einmal gehört, aber das war es auch schon.

Eine schöne alte Fachwerkstatt. Die Häuser liebevoll restauriert – wieder mit anderen Mustern wie in anderen Regionen. Hier sind es „halbe Räder“ die in Form von Blüten geschnitzt und bemalt sind. Vor dem Rathaus rechts eine Treppe zum ersten Stock – das Dach dieses Aufgangs wird von Holzfiguren gestützt. Der Balkon mit Hängegeranien bepflanzt. Von der Rathausuhr schlug es die Uhrzeit und dazu ertönte eine Melodie. Dort sassen wir eine Zeitlang im Sonnenschein in einer Cafeteria und liessen dieses friedliche Bild auf uns wirken. Spielende Kinder auf einem Trampolin, Spaziergänger mit Hunden (aber ohne Hinterlassenschaften) Da es aber keine Servicekraft für nötig fand, nach unseren Wünschen zu fragen (wir hätten gerne etwas kaltes getrunken) liefen wir weiter bis zur Basilika St. Cyriacus. Diese Basilika wurde in mehreren Phasen gebaut von 1250 bis 1490.
Wer mehr über diese Kirche erfahren möchte – vor allen Dingen auch die wunderschöne Innenausstattung betrachten will:
https://www.kirche-duderstadt.de/kirchorte/duderstadt/
Erwähnen möchte ich noch die Duderstädter Elle.
Vom 13. bis 18. Jahrhundert benutzten die Städte ihre eigenen Maße. Zur Information der Händler hingen eiserne Musterlängenmasse öffentlich aus. Die Duderstädter Elle betrug umgerechnet 58,2 cm.
Vor der Basilika stand eine Bronzefigur – ein Schütze, der den Bogen spannte und ein Ziel anvisierte. Hinter dem Ziel war ein flacher Brunnen, auf dessen Rand Tiere waren. Panther, Löwe usw.


Und gleich neben der Basilika steht das Tabaluga-Haus. Ein Haus welches benachteiligten Kindern die Möglichkeit bietet, hier fast kostenlos mit Betreuern von ihrem schwierigen Alltag für eine gewisse Zeit Abstand zu gewinnen. Die P. Maffay Stiftung ermöglicht dies bereits seit vielen Jahren.
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