Kloster Muri Kreuzgang

 

Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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Johanna
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Kloster Muri Kreuzgang

Beitrag von Johanna »

Kreuzgang Kloster Muri

Nachdem wir an einem Tag die Klosteranlage Muri mit dieser Wahnsinnsbücherei anschauten machten wir uns am nächsten Tag wieder auf den Weg um die anderen Sehenswürdigkeiten in dieser Klosteranlage zu betrachten. Zuerst gingen wir in den ersten Stock des Nebengebäudes in welchem eine Ausstellung von Bildern eines in der Schweiz bekannten Malers ausgestellt waren.

Wir öffneten die Tür im ersten Stock und das erste was uns auffiel waren sehr schöne Kacheln auf einem Regal. Auf diesen Kacheln waren Landschaftsaufnahmen in blau eingebrannt.
Bevor wir in das erste Zimmer traten sahen wir im Gang eine Collage von 12 Bildern. Der Landschaftsmaler Caspar Wolf hatte meistens nur Landschaften festgehalten. Manche Bilder waren mehrfach ausgestellt, aber immer aus einem anderen Blickwinkel heraus gemalt. Von den Zeitgenossen und Menschen die mit Caspar Wolf in Berührung kamen wurden ebenfalls kurz umrissene Beschreibungen geliefert.

Abraham Wagner (1734 – 1782) wird in ein Berner Patriziergeschlecht hinein geboren. 1769 übernimmt er die Buchdrucker-Offizin seines verstorbenen Vaters und zugleich den Titel eines Hochobrigkeitlichen Buchdruckers. Zuvor geniesst er eine naturwissenschaftliche Ausbildung und ist als Buchhändler und Verleger tätig. 1760 gibt er Gottlieb Sigmund Gruners „die Eisgebirge des schweizer Landes“ heraus – eine illustrierte Darstellung der Hochalpen.

Als Arzt, Botaniker, Dichter und Publizist ist Albrecht von Haller (1708-1777) ein grosser Universalgelehrter im Zeitalter der Aufklärung in der Schweiz. Nach Medizinstudien in Nürnberg und Leiden bekleidet er in Bern gleichzeitig die Ämter des Stadtarztes wie des Leiters der Zentralbibliothek, bevor er Professor in Göttingen wird. 1752 bereitet er die erste Forschungsreise nach Amerika vor, die dann aber scheitert. Hallers wissenschaftliche Manuskripte belaufen sich auf insgesamt 50.000 Seiten. Sein Gedicht „die Alpen“ findet Eingang in die Literaturgeschichte. Albrecht von Haller ist von der Qualität von Wolfs Bildern überzeugt.

Jacob Samuel Wyttenbach (1748-1838) Theologe, Pfarrer und Naturforscher mit grossen botanischen und zoologischen Kenntnissen , mit einem besonderen Interesse an Mineralogie, Geologie, Hydrologie und Gletscherkunde vervollständigt den Kreis um Wolf. Wyttenbach gilt damals als so ein bedeutender Wissenschaftler dass ihm 1775 Goethe seine Aufwartung macht.
Er beschreibt in den „Merkwürdigen Prospekten“ ausführlich die Reise, die er 1776 zusammen mit
Wolf und Wagner ins Berner Oberland unternommen hat. 1783 gibt er selbst eine überarbeitete Fassung dieses Texes heraus, die er als Reiseführer anpreist.

Wolfs Gemälde dienen Wagner als Vorlagen für die gestochenen Bildreproduktionen. Sie schmücken auch das Wagnersche Cabinett. Dort stellt der Verleger die Ölbilder in dichter Hängung aus. Wolf malt in 4 Expeditionsjahren bis zur Drucklegung der Publikationen im Jahr 1777 insgesamt mindestens 155 solcher Gemälde. Die Bilder sind unverkäuflich . 1780 richtet Wagner in Paris das Cabinett ein.

Caspar Wolf wurde 1735 in Muri geboren und verstarb 1783 in Heidelberg/Deutschland. Nach Lehr- und Wanderjahren in Schwaben und Bayern kehrt er 1760 nach Muri zurück. Das Kloster Muri ist für Wolf ein wichtiger Auftraggeber. 1768 zieht Wolf weiter, verfeinert seine Kunst in Paris und bereist in Wagners Auftrag das Hochgebirge um Ansichten der Alpen zu malen.Wagner verwendet Wolfs Bilder als Vorlage zur Anfertigung von Kupferstichen, die er in Buchform publiziert. Anfang der 1780er Jahre begibt sich Wolf zur Kur in die Rheinlande wo er sich um Aufträge für Veduten bemüht. Veduten sind die wirklichkeitstreue Darstellung einer Landschaft. Zu seinen Lebzeiten wurde er von Sammlern und Gelehrten sehr geschätzt geriet nach seinem Tod aber in Vergessenheit. Seine Bilder waren verstreut und fanden ebenso keinen Eingang in öffentliche Sammlungen. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er wieder entdeckt dank Forschungen von W. Raeber. 2009 war in Düsseldorf eine grosse monografische Präsentation des Museums Kunstpalast und des Kunstmuseums Basel. Heute gilt Caspar Wolf als einer der bedeutendsten Landschaftsmaler in der Übergangszeit zwischen Aufklärung und Romantik – als eigentlicher Pionier der Alpenmalerei.
Als wir diese kleine Abteilung verliessen, gingen wir noch in den Kreuzgang des Klosters.
Da das Kloster von den ersten Habsburgern gestiftet wurde sind hier auch die Herzen der letzten
Habsburger beigesetzt.
Im Nordflügel des Kreuzgangs befindet sich die Loretokapelle. Diese Kapelle aus dem Jahr 1698 ist ein Nach­bau der «Casa Santa» von Loreto in der Nähe von Ancona, Italien.
In dieser Kapelle sind die Herzen des letzten österreichischen Kaiserpaares, Karl I. und Zita von Bourbon-Parma beigesetzt. Das Herz ihres Sohnes Otto von Habsburg wurde im ungarischen Kloster Pannonhalma bestattet.
Am Eingang zu dem Kreuzgang ist eine Büste des letzten Kaisers in Bronze aufgestellt.
Die Inschrift darunter lautet: Karl I. Kaiser von Oesterreich, apostolischer König von Ungarn
Im Kreuzgang selbst konnte man die Stuckarbeiten und die bunten Glasfenster bewundern. Ausserdem gab es eine Tür zu einer Schatzkammer und hier schlossen sich wieder einmal weitere Kreise. Benedikt von Nursia wurde erwähnt- der Benediktiner der für die Klöster dieser Mönche immer wieder genannt wird. Den Benediktinerorden gibt es heute noch.
Der Raum ist in der Farbe schwarz gehalten. Beleuchtung macht die ausgestellten Stücke hell.
Die grossen Scheiben zeigen die verschiedenen „Ränge“ und was dazu gehört. Abt, Mönch, Neubesinnung, Information, Leben im Kloster usw. Und in jedem Abteil wurde etwas anderes ausgestellt.
Beim Abt war es der Umhang, die Mitra der Stab, beim Mönch waren es Schriften, ein Kruzifix, dann noch Gefässe die Weihrauch aufnahmen, verschiedene silberne Dosen ein Kerzenleuchter.
Die Neubesinnung zeigte den reich verzierten Turm, der vorne geöffnet werden konnte in welchem das allerheiligste der Kirche aufbewahrt wurde. Das Fach welches mit Wurzeln beschrieben war, enthielt die Darstellung eines Hauses über dem ein Engel schwebt, einen Kirchturm und viele Menschen, die Zeichnung die davor liegt zeigt Mönche in einer Kirche die rechts und links sitzen, der Mittelgang ist frei und mündet oben bei einer Person die dem Kreis vorsitzt wie es scheint. Das kleine Buch welches daneben liegt zeigt eine knieende Person.
Ein Tabernakel ist beschrieben, die Abteilung für Arbeiten und Laborare zeigt die Zeichnung einer Burg und von Feldern darüber ein Gewand ein aufgeschlagenes Buch, eine Kassette sowie ein reich bestickter Überzug von einem Buch.
Zwischen diesen „Schaufenstern“ waren teilweise auch nach Art der Apothekerschränke Auszüge. Hier konnte man Dinge in die Hand nehmen und sie genauer betrachten. Z.B. war bei der Heilkunde ein Säckchden mit Samen.
In dem Schaufenstger stand ein kleiner Apothekerschrank mit vielen kleinen Schubladen, darüber auf dem Schrank stand eine Art Koffer mit Medizinflaschen. Darüber lag auf einem Gestell ein aufgeschlagenes Buch . In einem anderen Schaufenster wurden die „Reichtümer“ der Kirche zur Ansicht gebracht, silberne Kreuze, reichhaltig verzierte Gegenstände, Tablett mit goldenem Kelch, Schalen und auch versilberte Schwurfinger waren ausgestellt.
Die Siegel des Klosters Muri mit Siegelstempel, Münzen in allen möglichen Grössen ein Bild von Leodegar Maier der die Burganlage mit der Unterschriften Muri Herrschaften 1750 zeichnete, daneben ein Schreiben – die Schrift konnte ich nicht entziffern, es war mit einem Siegel gekennzeichnet und einer Schreibfeder die quer über diesem Schriftstück lag.
Die Kirche dieser Klosteranlage hat insgesamt 5 Orgeln, eine grosse Orgel, eine Epistelorgel, Evangelienorgel, eine Tragorgel und ein Regal. Auf diesen 5 Orgeln werden Konzerte für Musik-begeisterte Hörer angeboten. Hier ist ein Regal kein Brett auf dem etwas aufbewahrt wird, sondern wirklich eine Orgel, eine kleine Orgel die auch die beiden Blasebälge in greifbarer Nähe hat.
Der Altarraum vorne ist durch ein grosses Ziergitter geschützt, die Bemalung in der Kirche sowie die kleinen Altäre sind reich bebildert und mit viel Farben und Gold verziert. Der grösste oktogonale Kirchenraum der Schweiz besticht durch seine fabelhafte Akustik, Gottesdienste schaffen Zugang zur Spiritualität der Benediktiner. Eine Kirche die man sich wirklich anschauen sollte!
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