Gold Silber und andere wunderschöne Preziosen
Schmuckstücke wurden wohl schon vor 100000 Jahren getragen und Halsschmuck in der Form von Muscheln, Schneckengehäusen und Tierzähnen ist seit der Steinzeit belegt.
Mit dem Einzug der Metallverarbeitung und der immer raffinierteren Verwendung seltener Rohstoffe wie zum Beispiel Edelsteinen, Diamanten und Gold, erhöhte sich die Bandbreite an Schmuckgegenständen.
So war das Tragen eines goldenen Ohrrings bei friesischen Seefahrern bis ins 19. Jahrhundert üblich, um im Falle eines Schiffsbruchs die eigene Bestattung bezahlen zu können - ein makabres Beispiel dafür, wie Schmuck als Wertreserve und Zahlungsmittel genutzt wird.
August der Starke sammelte als Kurfürst von Sachsen und König von Polen bis zu seinem Tod im Jahr 1733 Kunst in Form von Bildern, wertvolle Kunstgegenständen aus Gold, Silber, Bernstein, Elfenbein oder auch Strausseneier, die er kunstvoll verzieren liess. Diamanten und andere Edelsteine. Es gab nichts wertvolles, was sein Interesse weckte und sein Sammlerherz höher schlagen liess. Seine Residenzen in Dresden und Warschau ließ er nach französischem Vorbild ausbauen. Er hielt Hof im Stile Ludwigs XIV. und überbeanspruchte die sächsischen Finanzen. Berühmt sind seine zahlreichen Mätressen, darunter Maria Aurora Gräfin von Königsmarck und Gräfin Cosel. Viele Kulturdenkmäler wie der Zwinger, Schloss Pillnitz und die Parkanlage in Großsedlitz entstanden in seinem Auftrag.
So auch das Grüne Gewölbe. Wieso heisst es eigentlich grünes Gewölbe?
Ganz einfach: weil die Säulenbasen und Säulenkapitelle in den ursprünglichen Gewölben malachitgrün gestrichen waren. Heute wird dieser Name allerdings mit einem wirklich grossen Schatz an kostbaren Gegenständen in Verbindung gebracht.
Nach dem Raub von wertvollen Schmuckstücken und Gegenständen wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Man darf keine Bilder mehr machen, darf keine Tasche, sei sie auch noch so klein mit in die Ausstellungsräume nehmen und ich muss mich total auf mein Gedächtnis verlassen, wenn ich die einzelnen Räume beschreiben möchte, die wir betreten durften.
Jacken, Taschen, Mützen, alles wird an der Garderobe abgegeben – die Eintrittskarten haben auch nur einen Zeitwert, in der man sich in den Ausstellungsräumen aufhalten darf. Da wir allerdings das Glück hatten zeitig am Morgen dort zu sein und nicht viele Besucher auf Einlass warteten, wurde das nicht so streng gesehen. Das erste Zimmer welches wir betraten war das Bernsteinzimmer. (wenn ich mich richtig erinnere) Ich habe von Verwandten aus Litauen auch 2 Bernsteinbilder, mehrere Kugelschreiber, grosse Klumpen Bernstein, Ketten, Ohrringe und Armbänder erhalten, aber dieser Reichtum übersteigt das normale Begriffsvermögen. Ich war wie erschlagen von den Kostbarkeiten. Ein kleiner Kabinettschrank aus Bernstein, wobei man hier die Bezeichnung klein als Maß einen Unterschrank in einer Küche nehmen sollte, Vasen, Schalen, Gefäße, Schatullen nicht nur kleine Gebrauchs- oder Schmuckstücke. Auch grosse Kunstgegenstände – nicht nur Schachspiel oder kleine Figuren, sondern auch Statuetten. Man wusste gar nicht wohin man zuerst schauen sollte. An den Wänden waren kleine halbrunde Konsolen angebracht und auch diese Podeste waren voll mit aus Bernstein gefertigten Kostbarkeiten. Ringsherum waren Schaukästen, auch in der Mitte der Räume, in den Fensternischen – der Raum war übervoll mit luxuriösen und sehr geschmackvoll gearbeiteten Bernsteinkostbarkeiten. Diese Sammlung gehört bestimmt zu den bedeutendsten in Europa.
Es gab einen Raum angefüllt mit Goldschmuck, einen Raum mit Silberschmuck – ein Raum war voll mit grossen Strausseneiern. Ich habe selbst ein Straussenei, aber es ist nicht verziert – sondern nur ein übergrosses Vogelei. Hier aber wurden auf und um diese Vogeleier mit Silber, Gold und anderen Edelsteinen kostbare fein ziselierte Exponate gezaubert. Auf jedem Straussenei ist eine andere Kostbarkeit zu sehen.
Das Elfenbeinszimmer war auch angefüllt mit Elfenbeinskulpturen, die Podeste an den Wänden, auf Tischen und ringsherum auf den Fensternischen und Gesimsen – ich habe Schiffe gesehen mit wirklich sehr feinen „Seilen“ für die aufgespannten Segel – alles aus Elfenbein. Wieviele Tiere mussten für diese Elfenbeinsammlung wohl ihr Leben lassen……
Das Juwelenzimmer zeigte diamantene Kostbarkeiten die August der Starke und die Königinnen getragen haben. Grosse diamantene Epauletten, Perlenketten der Königinnen
Und genau hier wurden auch von den Einbrechern Kostbarkeiten entwendet. Bei Tante Google kann man die Liste der entwendeten Dinge lesen. Mittlerweile ist aber ein Teil wieder aufgetaucht und zurück gegeben worden.
In arabischen Ländern herrscht die Tradition dass man Dieben die Hand abhackt, wenn der Diebstahl erwiesen ist – ich wäre dafür diese Tradition auch hier in Deutschland einzuführen. Wenn wir uns schon nach Flüchtlingen richten sollen (siehe Kreuzverbot in Schulen, Kopftuch tragen usw) warum dann nicht auch diese Tradition mit übernehmen?
Gold, Bergkristall und Diamanten funkeln um die Wette in dieser Schatzkammer August des Starken, die er zwischen 1723 und 1729 anlegen ließ.
Zwei Jahre nachdem das grüne Gewölbe eingerichtet war, wurde es für die Öffentlichkeit zur Besichtigung frei gegeben. Im Neuen Grünen Gewölbe sind beinahe 1100 Objekte der Juwelier- und Goldschmiedekunst zu sehen. Ein Schatz ohnegleichen.
Und ich weiss eins: ich war bestimmt nicht zum letzten Mal in diesen Räumen.
grünes Gewölbe
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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