Nabel der Welt Teil 1
Nach einigem Suchen und Passanten fragen fanden wir das Stadtmuseum.
Dies wurde durch die Schenkung des Nachlasses von Friedrich Nerly 1883 zur Gründung des Städtischen Museums.
Der Stadtarchivar übernahm ehrenamtlich die Leitung und er sah für das Museum 4 Hauptabteilungen vor. Das geschichtliche, das kunstgewerbliche Museum, Skulptur- und Gemäldesammlung sowie ein naturwissenschaftliches Museum, dem ganzen angefügt eine ethnographische Sammlung.
Für die wachsenden Bestände wurde das Haus „“Zum Stockfisch“ und das Steinhaus des grossen Hospitals (heute Museum für Thüringer Volkskunde) für Ausstellungen genutzt. Die Nachfolger bauten im Sinn der Vorgänger die Sammlungen weiter aus. Der Ankauf von über 200 Thüringer Fayencen erforderte nochmals die Erschliessung neuer Ausstellungsräume.
1937 kam – wie es bei falschen Ideologien kommen musste – die Beschlagnahme der „entarteten Kunst“ Dabei verlor das Museum mehr wie 1000 Werke.
Nach Kriegsende wurden 1945 die ausgelagerten Bestände zurückgeführt. Diese Bestände hatten durch Plünderungen und Zerstörung zum Teil erhebliche Verluste erlitten. 1946 konnte die Gemäldegalerie und ein Jahr später die Ausstellung mittelalterlicher Kunst wieder eröffnet werden. Ab 1949 beschränkte sich die Sammlungstätigkeit des Museums auf Kunst und Kunsthandwerk aus der DDR.
Eine Generalsanierung des Gebäudes zwischen 2005 und 2010 etablierte ein engagiertes Sonderausstellungskonzept, welches auch alle anderen Erfurter Kunstmuseen umfasste. Und jetzt nach 15 Jahren Laufzeit ist die Überarbeitung der ständigen Sammlungspräsentation notwendig und wird Schritt für Schritt umgesetzt.
Friedrich Nerly wurde 1807 geboren, reise mit 21 Jahren mit seinem Lehrer und Mentor nach Italien um 7 Jahre lang im Kreis der deutschen Künstler in Rom zu arbeiten. Anschliessend ging er nach Venedig und blieb auch bis zu seinem Tod dort.
Sein genaues Natur- und Lichtstudium setzt er ab 1937 in einem Stadtbild Venedigs fort. Dort entwickelt er schon bald mit dem Motiv „Piazetta im Mondschein“ eine auf Freilichtstudien basierende neue Form romantischer Stimmungsmalerei. Als berühmtester ausländischer Maler Venedigs zu seiner Zeit verkauft er seine Bilder an Sammler und Sammlerinnen weltweit.
Für die Geschichte des Angermuseums aber auch für das städtische Museum spielt Friedrich Nerly eine herausragende Rolle. Der grösste Teil seines künstlerischen Nachlasses kam 1883 nach Erfurt und gab auch den Anstoß zur Gründung des städtischen Museums. Die Schenkung erfolgte durch Nerlys Sohn.
Zu dem Leben des in Erfurt geborenen Nerly welches auf einer Tafel aufgelistet war, stand in dem Raum eine Skulpturensammlung, Frauen in unterschiedlichen Posen, sitzend, nachdenklich, stehend mit Kind und auch knieend usw.
Die ausgestellten Bilder sagten mir sehr zu, ein Bild zeigte ein Schwanenpaar in einem kleinen See. Eine erblühte Seerose sowie eine Seerosenknospe mit einem tellergrossen Blatt, der steinige Untergrund, die überhängenden belaubten Äste, alles passte in diesem stimmungsvollen Gemälde. Das zweite Bild zeigte dem Betrachter einen venezianischen Hinterhof von Gebäuden. – der Zugang zum umlaufenden breiten Podest dieser Säulen-geschmückte Gang sah wie in einem Kloster aus. Aber die Fenster im ersten Stock – Butzenscheiben, gebogene Spitzen an den oberen Fensterscheiben und die bunten Fensterläden die bis auf den Boden reichten um die heisse Mittagssonne aussperren zu können verwischten diesen Eindruck wieder ganz schnell. Das Kuppeldach der nah stehenden Kirche, verziert mit Statuen, das zweite Kuppeldach – etwas weiter entfernt mit der figürlichen Spitze zeigte, dass es ein sehr kirchlicher Stadtteil von Venedig sein musste. Denn eine dritte kuppelartige Kirchturmspitze ragte im rechten Teil des Bildes hervor.
Das dritte Bild zeigt eine Abendstimmung am Meer. Vom Ufer aus gesehen links ist der Schatten eines Baumes , welcher in der Abendsonne zu sehen ist. Die rot-orange Sonne, die hinter dem Horizont noch ihr Licht über das Wasser und den Teil des Himmels fallen lässt, erzeugt automatisch eine ruhige und romantische Stimmung.
Daneben ein buntes Blumenbild. Dahlien, Sommerblumen, farbenfroh und frisch, das gelb von den kleinen Margeriten leuchtet, die Blätter etwas zurückhaltender in der Farbe – ein Bild welches ich mir sofort auch in ein Zimmer hängen würde.
Aufgefallen ist mir ein Wasserkrug in Form eines Vogels. Die breite Brust, die kurzen Beine und die Flügel waren weit ausgebreitet und bildeten den Umfang des Kruges. Der Henkel-Griff war wie ein Bogen über dem fehlenden Kopf, von dem man nur ansatzweise den Hals bis zum Kopfbeginn etwas ahnte.
In einem Raum standen Schränke, Schreibschränke, Intarsien-verziert mit vielen kleinen Schubladen, die Muster in den Innentüren stimmten mit der Maserung des Holzes total überein. Sie waren lackiert und glänzten – Vögel: darunter konnte man eine Stadt mit Kirchtürmen erahnen . In einzelnen kleineren gläsernen Schaukästen waren kostbare Schrankschlüssel und Schlösser.
Bierhumpen die mit bunten Glasbildern geblasen waren, äusserst kunstvolle Stücke. Auf einem der Bierhumpen spielende Hunde, jagende Hunde, der Hirschbock der davon springt, ein Baum – und alles in bunter Farbenpracht.
Die nächsten Schaukästen zeigten besondere Kerzenleuchter, Trinkgefässe in Form eines Schuhes. Ein Schuh sah aus wie ein japanischer Frauenschuh mit hohen Blockabsätzen an der Verse und vorne bei den Zehen, allerdings nicht so klein und viel länger. Am oberen Rand war an dem Trinkgefäss ein Kopf , das Gesicht ganz ruhig und gesammelt, die Augen geschlossen, die Haare fielen rechts und links bis auf die Ohren. Der ganze Schaft war mit Rauten und einem Muster verziert.
Ein anderes Flüssigkeitsgefäss war in Form einer Ente, darüber stand eine wunderschön geritzte Trinkflasche, Blätter und Girlanden zierten das Glas ringsherum.
Im nächsten Schaukasten stand ein musizierendes Pärchen , die Frau oder der Mann spielte Querflöte – die Haare konnte man jedem Geschlecht zuordnen, ein Dutt oben am Kopf, an beiden Seiten die Haare zu abstehenden „Locken“ gedreht. Die Hosenbeine endeten über dem Knie aber darüber war noch ein Mantel mit einem breiten Gürtel. Die zweite Figur hatte einen Überwurf an – die Ärmel waren separat zu sehen, in der rechten Hand hielt sie einen Vogel den sie aus einem Käfig geholt hatte. Mit der linken Hand deutete sie auf diesen Käfig hin. Die Fransen des Überwurfs waren sehr klar zu sehen, Auch diese Figur hatte einen „Pferdeschwanz der oben am Kopf gebunden war. Ein sehr weibliches Gesicht mit einem kleinen Lächeln.
Auch Waffen wurden gezeigt. Eine „Pulvertasche oder Pulverhorn, reich verziert mit einer Schlaufe zum tragen.
In einem Raum sah man einen Ofen – ich denke er war aus Porzellan denn hinter dem Ofen in der Zimmerecke war ebenfalls eine reichhaltige Verzierung aus Porzellan und reichhaltig war diese Girlande mit Gold verziert. Die Büste von Karl Friedrich Schinkel stand ebenso wie ein runder brauner Globus auf einem Sockel. Dieser Globus hat mich an unseren Globus erinnert, der im innern zur Getränke und Glasaufbewahrung diente.
Nabel der Welt Teil 1
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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