Der Wasserturm in Lüneburg
Wir besuchten den Wasserturm in Lüneburg – Er war 78 Jahre für die Lüneburger Bürger in Betrieb. Bei seiner Fertigstellung 1907 ging man davon aus, dass dieser Turm auf Jahrhunderte seinen Zwecklen entsprechen dürfte. Doch bis 1913 hatte sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt.
Hier wurden die Jahre bzw. Jahrhunderte genannt die für Lüneburg und die Entwicklung wichtig waren. Im 19. Jahrhundert kam z.B. der Sozialismus der die Arbeiterrechte aufgriff – 1966 erhielten die Menschenrechte Rechtskraft und 1977 gab es den Aktivismus für Menschenrechte – 1989 wurden die Menschenrechte konkreter gefassrt Kinderrechte schützten diejenigen die aufgrund ihres Alters noch nicht politisch mitbestimmen konnten. Erst 2008 kamen Rechte für Menschen mit Behinderung dazu.
Aus dieser Anfangs-Zeit wurde eine Holzwaschmaschine gezeigt, Das Kernstück zeigte ein Fass aus bestem und teuerstem Eichenholz. Mit einem seitlichen Schwunghebel wurde das Waschkreuz im Bottich bewegt. Die Lauge durchflutete dabei die Wäschestücke. Durch die Wadschkreuzbewegung rieb die Wäsche aneinander und der Schmutz wurde gelöst.
Ein Plakat fragte ob es virtuelles Wasser aus Äthiopien für Lüneburg geben könnte. Und auf einem anderen cgrossen Plakat wurde festgehalten wieviel Wasser für die „Herstellung“ von diversen Lebensmitteln benötigt wird. ½ L Milch benötigt 500 Liter Wasser, während 500 gr. Erdbeeren „nur“ 140 Liter Wasser nötig hat. Baumwolle braucht bereits 1100 Liter Wasser und 1 Ei 200 Liter, Rindfleisch 15.450 Liter usw.
Auf einem anderen Plakat standen Tipps, wie man den eigenen Wasserverbrauch oder Fussabdruck verringern kann. Es hiess z.B. kaufe gebrauchte Kleidung z.B. auf Flohmärkten oder in Second-hand-Läden oder Kaufe regionale und saisonale Lebensmittel. Trinke Leitungswasser statt Wasser aus Flaschen oder Repariere statt neu zu kaufen.
Der Wasserverbrauch ist längst nicht mehr eine rein lokale Angelegenheit. USA z.B. benötigt 6.800 Liter pro Tag und Person während Indien mit 2.680 Litern pro Tag und Person auskommen muss. Deutschland liegt im Mittelfeld mit 4.230 Litern pro Tag und Person.
Egal was man kauft - argentinisches Steak oder neuseeländische Äpfel, äthiopischen Kaffee oder anderes – wir verbrauchen Wasser was während des gesamten Produktionsprozesses benötigt wird. Virtuelles Wasser setzt sich aus drei Wasserarten zusammen
Grünes Wasser wird das natürliche vorkommende Boden- und Regenwasser genannt, welches auch bei der Produktion von Pföanzen verdunstet.
Blaues Wasser wird das über Bewässerung hinzugefügte Oberflächen- und Grundwasser genannt, welches bei der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion verbraucht wird.
Graues Wasser wird durch den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verunreinigt. Um dieses Wasser wieder nutzbar zu machen wird es mit sauberem Wasser verdünnt. Je nach Produktionsstandort variieren diese Wassermengen für ein Produkt. Das Kleingewerbe benötigt dafür ca 9 Prozent, die Körperpflege 36 Prozent der Wassermenge, die Toilettenspülung ca 27 Prozent und das Wäsche waschen ca 12 Prozent. Geschirrspülen darf man nicht vergessen ebenso wie die Raumreinigung oder Autopflege und Garten . Dagegen nimmt sich Kochen- also Essen und Trinken sehr wenig aus, immerhin noch 4 Prozent.
Die Abwasserentsorgung war früher unbekannt, heute allerdings selbstverständlich und ein weiteres Plakat zeigte auf dass es in Lüneburg bis Ende des 19. Jahrhunderts zu Cholera und Typhusausbrüchen durch verschmutztes Wasser kam. Unhygienische Lebensverhältnisse, Düngehaufen, Kloaken und faulende Abfälle prägten hier das Stadtbild.
Für ein würdevolles Leben und unsere Gesundheit benötigen wir Toiletten. Es gibt einen Welttoilettentag . Bei uns eine selbstverständlichkeit stellt sich dies in anderen Ländern anders dar. Weltweit haben 4 Milliarden Menschen keine geregelte Sanitätsversorgung . Davon sind für ca 2 Milliarden Menschen nur unregelmässige und saubere Trinkwasser verfügbar.
Im nächsten Stockwerk wurde ein Strudelmodell vorgeführt. Man drehte mit einer Kurbel dass sich das Wasser in einem Glasbehälter bis zu einem Strudel dreht , dann beruhigt es sich wieder und der Kreislauf beginnt von neuem . Wasser braucht Luft und Bewegung - quicklebendig schnellt und spritzt es , rauscht und rieselt, tanzt im Sonnenlicht, sprüht funkelnde Tropfen in die Luft und ruht sich aus im stillen tiefen See. Wasser muss atmen.
Wir verbrauchen täglich ca 120 Liter Trinkwasser. 40 Liter davon sind für die Toilettenspülung und 4 Liter brauchen wir für das Kochen unserer Nahrung.
Eine Figur war in diesem Zusammenhang in der Form der „mors-mors- Männer“ aus Hamburg oder der aus meinem Bericht „Sind Sie bedürftig“ aufgestellrt war. An einem dicken Brett welches über die Schultern getragen wurde hingen 2 Eimer mit Deckel. Dies waren die Kübel die in Lüneburg noch sehr lange als Toiletten benutzt werden mussten.
Woher kam eigentlich der Ausspruch „Geschäft machen“
Im antiken Rom gab es sogenannte Prachtlatrinen. Bis zu 60 Menschen entleerten sich hier nebeneinander . Hier wurde Tratsch ausgetauscht und auch Geschäfte gemacht.
Öffentliche Toiletten mit Wasserspülung gab es teilweise schon in der Antike. Die moderne Toilette für den Hausgebrauch erfanden die Engländer im 16. Jahrhundert. Deren Bezeichnung war das WasserCloset – kurz WC
Hättest Du gern einen goldenen Eimer? Dann würdest Du einen Eimer voll Fäkalien bekommen Denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden menschliche Ausscheidungen noch in Eimern gesammelt. Suie dienten der Düngemittelherstellung . Es war ein einträgliches Geschäft, der Fäkalieneimer wurde umgangssprachlich vergoldet.
Cloacina hiess die Schutzgöttin der Abwasserleitungen im frühen Rom. Die wichtigste Abwasserleitung war Cloaka Maxima.
Erst 1981 machten die Kübelmänner in Lüneburg ihren letzten Gang – nach über 84 Jahren. Vorher war die Hygienesituation in Lüneburg kathasstrophal. Über 100 Jahre nach Beginn des Kanalisationsbaus wurde 1959 eine Großkläranlage in Betrieb genommen. 1904 hat sich das lokale Kanalnetz von 26 auf 700 Kilometer ausgedehnt. Heute versorgt das Lüneburger Klärwerk 150.000 Einwohner im Landkreis. Damit gehört es zu den Bundesweit grössten Kläranlagen.
Ein grosses Plakat machte deutlich wie das Wasser früher gereinigt wurde. Es gab in einem Raum einen grossen Bottich in diesem waren bis zu sechs Sandfilter. Das Wasser wurde hier gefiltert und dabei der Schlamm aus Eisenflocken entfernt der beim belüften des Wassers in der Rieselanlage entstand. Dann kam das Wasser in den Hochbehälter des Turms. Von dort wurde es in die Stadt Lüneburg verteilt. An der Decke sieht man die Reste der Ringleitung sowie die run de Stahlkonstruktion der Schiene für eine sogenannte Laufkatze, mit ihr wurden die Deckel der Filter zur Reinigung und Wartung angehoben.
Auf der Ebene drei des Wasserturms waren Plakate die Massnahmen zum Klimaschutz, das Leben unter Wasser, Leben an Land, Frieden Gerechtigkeit und starke Institutionen, weniger Ungleichheiten, Industrie Innovation und Infrastruktur, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum , Bezahlbare und saubere Energie, sauberes Wasser und Sanitärversorgung, Gesundheit und Wohlergehen als Themenkomplex behandelten. Alles drehte sich hier um Tätigkeiten was man selbst als Einzelperson dafür tun kann.
Im Erdgeschoss war dann ein Baumstammbrunnen aus Bardowick zu sehen. Der Baum wurde um 941 n. Cr. Gefällt und ab ca 970 als Brunnen verbaut.
Der Turm in dem man mit einem Fahrstuhl bis in die oberste Etage fahren konnte um einen guten Blick über Lüneburg zu haben sah aus als ob man diesen Turm in einen äusseren Turm gebaut hätte.
Lüneburg 2026
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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