Geschichte Lüneburgs
Pfingsten 2026
Die Pfingstfeiertage wollten wir nicht zu Hause bleiben, deshalb fuhren wir am Sonnabend nach Schwienen. Wo das liegt? Das ist nicht weit von Lüneburg entfernt. Wir hatten uns vorgenommen, einen Tag in Lüneburg und Uwe meinte, den zweiten Tag in Giforn mit den Mühlentagen zu verbringen.
Gifhorn war ich der Meinung – viel zu weit von Schwienen entfernt, lohnt nicht. Ausserdem waren wir ja schon mal dort und viel Neues gibt es bei Mühlen auch nicht. Also erst einmal Lüneburg.
Und wie wir auf Schwienen als Stützpunkt kamen? Wir waren schon einmal dort. Wer meinen Bericht über das dortige Salzmuseum gelesen hat der weiss das sicher noch. Lüneburg hat allerdings viel mehr zu bieten als das Salzmuseum.
Um 1500 glauben viele Gelehrte dass sich der Name Lüneburg von der Mondgöttin Luna ableitet und dass Julius Cäsar das Standbild eines Mondgötzen auf dem Kalkberg errichtet habe. Die Verbindung mit dem römischen Reich verleiht Lüneburg Alter und Würde.
Der Mond wird zu einem Symbol der Stadt, das Münzen, Wappen und Häuser ziert.
Roter Backstein beherrscht die Fassaden der Lüneburger Häuser. Eine lebendige Gestaltung wird durch Formsteine erreicht. Behauener Naturstein kommt mit den Beischlagwangen ins Stadtbild: den seitlichen Abschlüssen der Steinbänke vor vielen Hauseingängen. Hier sind Bibelszenen, Familienwappen oder Heilige zu sehen,.
Die reich gewordenen Bierbrauer demonstrieren ihren gesellschaftlichen Aufstieg mit farbig glasierten Terrakotten.
An einem Haus haben wir 7 verschiedene Formsteine für einen Hauseingang gezählt. Das Rathausportal bzw. die Front des Gebäudes war mit vielen Nischen bestückt in welchen kleine Steinfiguren gearbeitet waren. Diese Figuren zeigten meiner Meinung nach die verschiedenen Berufe an, die hier vertreten waren. 1230 entstand dieser Gebäudekomplex und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte sehr vielgestaltig. Heute zählt es zu den bedeutendsten denkmalgeschützten
Rathausanlagen Norddeutschlands.
Auch der Marktbrunnen in der Stadt ist erwähnenswert. Er wurde um 1540 mit einer Figur der Diana bekrönt. Diese Jagdgöttin trägt neben Pfeil und Bogen auch eine Mondsichel auf dem Kopf.
Im Mittelalter gibt es viele Stadtgründungen und hier ist es für Lüneburg leicht, da es rund um den Kalkbewrg bereits kleinere Siedlungen gab, im 13. Jahrhundert wachsen diese zu einer Stadt zusammen, der Bedarf an Baumaterial ist riesig und rings um den Kalkberg gibt es genug davon. Ausserdem wird hier Gips abgebaut, und die Saline liefert das wichtigste: Salz – es macht Lüneburg zu einer bedeutenden Hansestadt. Dieser Reichtum macht sich heute noch in den historischen Bauwerken bemerkbar.
Aus dem Lüneburger Rathaus waren in diesem Museum auch Reliquienkästen ausgestellt. Ein Kasten war aus Leder – hier waren Figuren , Ornamente in grosser Anzahl eingearbeitet oder herausgestanzt. Dieser Kasten erinnerte mich an eine grosse Reisetasche die aus Ziegenleder gearbeitet war. Ich kaufte diese in Sri Lanka und hier waren diese bildlichen Arbeiten genauso anzusehen wie auf diesem Kasten.
Woher diese ausgestellten Kasten stammen ist allerdings nicht geklärt, eine Zugehörigkeit zur angesprochenen Kalkbergbeute ist allerdings nicht auszuschliessen.
In einem anderen Saal wurde ein anderes Thema sehr ausführlich behandelt.
Der grösste Fluss der Lüneburger Heide ist die Ilmenau. Sie ist nur ca hundert Kilometer lang und an manchen Stellen auch nur wenige Meter breit trotzdem bietet sie einen Lebensraum für viele Tierarten und seltene Pflanzenarten. Dadurch ist dieser Lebensraum durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt Und für die Stadt Lüneburg ist die Ilmenau kulturhistorisch sehr bedeutsam. Das kostbare Salz wurde über die Ilmenau und die Elbe bis weit in den Ostsee-
raum geliefert, das Wasser versorgt die Gerbereien und auch die Brauereien – das Wasser treibt Mühlen an und der Flussverlauf hat Auswirkungen auf das Strassenraster.
Fische die es in der Ilmenau gab waren nicht nur Karpfen oder Hecht, sondern auch Barben, Bachforellen und Europäischre Äsche oder Groppe (auch Kaulkopf, Rotzkopf, Westgroppe, Koppe, Mühlkoppe, Dickkopf, Dolm oder Scherwatz genannt, ist ein kleiner Süsswasserfisch).
Das nur gering belastete Wasser der Ilmenau liefert aus 180 Metern Tiefe Trinkwasser für die Stadt Lüneburg.
Aus grauer Vorzeit wird in einem anderen Raum ein Einboot gezeigt. Dieses riesige Einboot wurde aus einem einzigen Baumstamm hergestellt.
Für Jahrhunderte werden die Häuser in Lüneburg vorrangig aus Backstein gebaut. Die reichen Tonvorkommen bei Lüneburg liefern seit der Mitte des 13. Jahrhunderts den Rohstoff für Ziegeleien. Mit Holzformen stellen Ziegelmeister und Arbeiter grosse Mengen dieser Formsteine her. Massive Ziegelwände erhöhen den Brandschutz in der dicht bebauten Stadt, Rund 50 Grundtypen solcher Formsteine sind bekannt, Auf einigen befinden sich Ziegelmarken. Charakteristisch sind Tausteine die übereinander vermauert wie ein gedrehtes Seil wirken.
Jahrhunderte erhebt sich in Lüneburg auf dem Kalkberg die Burg des Landesherrn. Selbstbewusst erkämpfen sich die Bürger der Stadt Rechte und Freiheiten. Sie erobern die Burg vertreiben den Landesherrn und befreien sich mehr als 200 Jahre von der Befehlsgewalt der Landesherren.
Dank des florierendes Salzhandels steigt der kleine Kreis von Bürgern zu Macht und Ansehen auf, Die Lüneburger Sülfmeister produzieren das Salz, welches ihnen Reichtum und Macht als Ratsmitglieder bringt. Sie übernehmen politische Verantwortung , vertreten die Interessen ihrer Hansestadt weit über die Landesgrenzen hinaus, Jetzt nennen sich die Familien Patrizier, verstehen sich als Führungsmacht und statten Rathaus, Kirchen und Wohnhäuser prachtvoll azus.
Da sich der Salzhandel mit der Zeit wieder reduziert, gewinnen die adligen Landesherren mehr Einfluss auf die Stadt und ab Mitte des 17. Jahrhunderts müssen sich die Lüneburger wieder der Herrschaft der Lüneburger Fürsten unterordnen.
Gezeigt werden zwei Säulen des St. Michaelis- Hausklosters der Lüneburger Landesherren. Sie sind reichhaltig geschnitzt, Über dem Sockel sind Weinreben , Blüten und Blätter der Reben, darüber dann in bunten Farben das Wappen ein Teil der Ritterrüstung, sowie ein Adlerkopf – Unter dem Helm und dem „Kragen „ cder Ritterrüstung sind zwei Oberteile der Kampfhähne zu sehen über allem steht eine Figur, die nach asiatischer Tradition die Hände betend zusammengehalten hat, die Augen sind leer, als ob sie gen Himmel schauen würden und die Stirn ziert eine Kette mit Perlen. Auf dem Kopf ist ein „Podest“ . Der Faltenwurf
des Gewandes ist sehr akkurat aus dem Holz herausgearbeitet – wie gemalt. Die zweite Säule ist ebenso reichhaltig geschnitzt nur zeigt es ein anderes Wappenbild. Und die Figur darüber ist den Brustformen nach eine Frau, die allerdings ebenso gen Himmel schaut. Die Haare sind länger und fallen rechts und links vom Gesicht auf ihre Schultern, Das Podest welches auch auf ihrem Kopf liegt ist mit anderten Mustern verziert – Auffallend sind die grossen Ohren.
Dieses Kloster wurde um 950 errichtet - die Herrscherfamilien der Billunger und der Welfen fördern das Kloster welches ihnen auch als Begräbnisstätte dient.
Nach der Zerstörung 1371 der Burg und des Klosters, bauen die Mönche das Kloster wieder innerhalb der Stadtmauern auf . In der Reformationszeit besteht das Kloster als evangelisches Kloster weiter fort und wird später als Schule zur Erziehung junger Adliger umgewandelt.
Berühmt sind die Kunstschätze des Klosters, ganz besonders der Altar der Goldenen Tafel, von dem leider nur wenige Reste erhalten sind.
Geschichte Lüneburgs
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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