Gott gab die Zeit….
...von Eile hat er nichts gesagt.
Wir hatten uns wieder mit Sami verabredet. Als er hörte dass wir auch nach Glashütte ins Uhrenmuseum wollten sagte er, da komme ich mit!
Der Tag – die Stunde war ausgemacht – wir fuhren hin. Zuerst dachte ich Glashütte ist ein Haus, in welchem Glas hergestellt wird, ich kannte den Ort nicht. Uwe ist im Aufspüren und Wissen um Orte, Sehenswertes Meister und ich kann mich voll in dieser Beziehung auf ihn verlassen. Er weiss und vor allen Dingen findet immer wieder etwas, was mich sehr fasziniert.
Glashütte so durfte ich lernen, ist eine Kleinstadt im Landkreis Sächsische Schweiz in Sachsen und insbesondere für die dort ansässige Uhrenmanufakturen weltweit bekannt.
Wir kamen also dort an, leider erst am frühen Nachmittag . Den Eingangsbereich beherrschte eine blau-angestrahlte Wendeltreppe die in den ersten Stock führte. Ausserdem war hier ein Instrument aufgestellt und die Informationstafel beschrieb was dieses Gerät darstellte und für was es benötigt wird. Das Passageinstrument dient zur genauen Bestimmung der Höhenwinkel von Gestirnen bei ihrem Meridiandurchgang. Das ortsfest montierte Fernrohr mit Mikrometerokular ist im Meridian, also in exakter Nord-Süd-Richtung schwenkbar und mit grossen genauen Teilkreisen ausgestattet. Die Sterne wandern bei ihrem Meridiandurchgang durch das Blickfeld des Fernrohrs. Die astronomische Höhe des oberen Kulminationspunktes der Sonne wird als Mittagshöhe bezeichnet. Damit ist die Basis der astronomischen Zeitbestimmung gegeben.
Glashütte wird erstmals urkundlich 1445 in Verbindung mit Bergbau erwähnt.Die Silberfunde sind ergiebig und Herzog Geord der Bärtige verleiht Glashütte 1506 das Stadtrecht.
1502 wird die erste Hütte des Ortes erwähnt und die Namensgebung ist wahrscheinlich auf die Existenz einer Glashütte zurück zu führen.
Um 1506 ist die Stadtgründung und ein Sigel ist mit zwei gekreuzten Werkzeugen sowie einer (für mich unlesbaren) Umschrift versehen hinter Glas zusammen mit einem schnauzbärtigen bebrillten Gesicht zu sehen.
Die Gründung der Schützengesellschaft 1532 und die Weihe der Kirche 1535 sind weitere Ereignisse der Stadtgeschichte.
Bergamtliche Dokumente belegen für den Zeitraum zwischen 1525 und 1875 ein Metallausbringen von ca. 10 t Silber und ungefähr 150 t Kupfer aus insgesamt 140 Einzelgruben.
Aus diesem Grund wird der Bergbau aufgegeben. Die Strohflechterei kann allerdings die Verarmung der Glashütter Bevölkerung nicht aufhalten.
Kurfürst August von Sachsen gründet um 1560 in Dresden die Instrumenten-, Uhren- und Werkzeugsammlung, den späteren Mathematisch-physikalischen Salon. Die Pflege der Zeitmesser führt schliesslich auch zum Bau von Präzisionsuhren. Die Dresdner Uhrmacherinnung wird ins Leben gerufen.
In die Epoche der verstärkten astronomischen Beobachtungen fällt 1778 der Aufbau des Zeitdienstes, welcher die Zeitmessuing, -bewahrung und -weitergabe umfasst.
Johann Gottfried Koehler und Johann Heinrich Seyffert fertigen die ersten Präzisionspendeluhren und Chronometer. Als Nachfolger beginnt Johann Friedrich Gutkaes 1818 seine Tätigkeit für den Salon. Die in seiner Werkstatt entstehenden Uhren zeugen von überragendem uhrmacherischem
Können.
Dadurch erwirbt sich Gutkaes den Ruf als befähigter Uhrmacher und aussergewöhnlicher Lehrmeister. Alle seine Lehrlinge und Gesellen werden später grosse Könner.
Ferdinand Adolf Lange absolviert von 1830 bis 1834 eine Lehre bei Hofuhrmacher Friedrich Gutkaes. Nach schweizer Vorbild wollen Lange und Gutkaes Sohn Bernhard im verarmten Erzgebirge eine Taschenuhrenfabrikation aufbauen, Als geeigneter Ort wird Glashütte ausgewählt.
Im Jahr 1845 liess sich der erste Uhrmachermeister, Ferdinand Adolf Lange in Glashütte nieder.
Er folgte damit einem Aufruf der königlich-sächsischen Regierung, von der er 7.800 Taler Anschubfinanzierung erhielt. Der Plan Langes sieht vor in Glashütte eine einfache, aber mechanisch vollkommene Taschenuhr herzustellen.
Die frühindustrielle Herangehensweise und die arbeitsteilige Erzeugung von Einzelteilen durch verschiedene Unternehmen auf die die Uhrenmanufakturen gdemeinsam zugreifen verspricht Erfolg. Am 07.12.1845 begann die Ausbildung der ersten 15 Lehrlinge. Dieser Aufbau der Lehrlingsausbildung dient dem Zweck einer baldigen Anfertigung der Bestandteile für Ankertaschenuhren. 1848 sind die ersten 17 Uhren verkaufsfertig.
Bedeutsam für die Uhrenindustrie in Glashütte sowie in ganz Deutschland ist das Zusammenwirken von 3 weiteren Persönlichkeiten mit Lange, die ebenfalls in Glashütte weitere Unternehmen gründen.
Um 1863 ist die typische Präzisionstaschenuhr ausgereift und wird in dieser Form 80 Jahre nahezu unverändert gefertigt.
In einem Glasschaukasten sind zwei silberne Herrentaschenuhren ausgestellt die ca 1861 hergestellt wurden. Daneben ist das Innenleben von zwei Herrentaschenuhrwerken von 1867 zu sehen.
Eine grosse Pendeluhr mit mehreren Anzeigen: einmal ein grosser Zeiger, der den äusserem Kreis zeigt: Hier ist er beschriftet mit den Minuten – jeweils die 5. , 10., 15. bis zur 60. Minute ist hervorgehoben. Dann gibt es zwei kleine Uhrkreise ein Uhrkreis ist beschriftet mit römischen Ziffern für die Stunden I., II., III. Und so weiter bis XII. Auch hier ist nur ein Zeiger zu sehen. Der andere kleine Uhrkreis ist ebenfalls mit der Stunden und Minutenanzahl ausgestattet, wie wir es auch heute kennen und hat zwei Zeiger, die Stunden und Minuten anzeigen. Allerdings sind nur die Zahlen in 5-Minuten-Sprüngen zu sehen. Anstelle von 1 Uhr bzw. 13 Uhr steht also die 5 bei zwei Uhr, bzw. 14 Uhr steht 10 bei der Stelle von 3 bzw. 15 Uhr steht 15 und so fort bis zur12 oder 2w4 Uhr ; hier steht die 60.
Daneben hängt eine Präzisionspendelwanduhr von 1860. Das Pendel bewegt sich 40 mal pro Minute in beide Richtungen, Diese Uhr hing jahrzehntelang im Büro der Firma Assmann, Glashütte.
Die Entstehung der Taschenuhren in Glashütte ist um 1863 nahezu abgeschlossen. >Von den ersten Entwürfen Ferdinand Adolph Langesbis hin zur Serienreife vergehen fast 20 Jahre.
Typische Konstruktionsmerkmale wie die Dreiviertelplatine, Goldanker und in Goldchatons gefaßte Lagersteine prägen die Glashütter Präzisionstaschenuhr. Der Sonnenschliff auf den Aufzugsräcdern, der Diamantdeckstein, der gravierte Unruhkloben und die lau angelassenen Schrauben als dekorative Jriterien vervollständigen das charakteristische Bild dieser Werke.
Gustav Gessner übersiedelt 1875 von Silberberg (Schlesien) nach Glashütte und bietet Gravierarbeten aller Art an, besonders jedoch für die Uhrenbranche. Seiner Geschicklichkeit ist es zu verdanken, dass nicht nur schön gravierte Monogramme sondern auch die bis dahin eher spärlich
ausgeführten Uhrwerksgravuren zu ihrer Vollendung gelangen.
Daneben sind wieder u.a. zwei Herrentaschenuhren zu bewundern, sowie Zeigerschnittwerkzeug bestehend aus Schneidstempel und Schnittplatte. Man muss sich wundern wie zierlich manche Zeiger von Taschenuhren sind wenn man die Werkzeuge sieht.
Und wieder andere Herrentaschenuhren mit Bügelfräsvorrichtung, ein Lochstein (auf Papier gedruckt in 50-facher Vergrösserung) um damit die Löcher herzustellen dazu die Werkzeuge . Ich denke dass ein Fliegenschiß um einiges grösser ist wie so ein winziges Loch. Der Arbeitsplatz eines Uhrensteineschleifers war in einer Glasvitrine aufgebaut.
Und wieder ein Sammlung die zeigt, was Glashütter Präzisionsmaschinen herstellen – dass man über 50 Jahre Erfahrungen zusammen mit modernsten Geräten anbietet.
Gott gab die Zeit.....
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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