Geht nicht, gibt’s nicht
oder:
Den Platz muss er sich erst noch verdienen….
Zu dem Geländerbau an der Rampe benötigte Uwe Metallrohre . Klein aber stabil sollten sie sein, damit die Befestigung der „Leitplanken“ ohne grössere Probleme von ihm gefertigt werden kann.
Uwe tüftelte lange herum bis er die optimale Lösung fand. Dafür brauchte er 20 bis 25 cm lange Metallrohre, die 3 x 3 cm sein sollten möglichst in einer Dicke von 3 mm und wir wurden auch fündig.
Ein guter Bekannter von Uwe – er kennt die Familie schon sehr sehr lange hat in Thüringen eine Firma aufgebaut, die alle möglichen Sorten Stahl, Blech usw. verarbeitet. Die Firma HaBeck liefert die Produkte nicht nur in der Region oder in Deutschland, sondern in die ganze Welt.
Also setzten wir uns mit dem Inhaber in Verbindung und fragten ob er solche Metallrohre, möglichst verzinkt auf Lager hat – wir würden mindestens 30 Stück davon benötigen.
Matthias Habeck überlegte kurz und meinte dann er müsse den Betriebsleiter fragen, wir würden Bescheid bekommen.
Am nächsten Tag fragte ich noch einmal nach und erhielt positiven Bescheid und die Frage, ob gleich zugeschnitten werden soll. Klar sollte es. Wir fuhren los
Als wir auf den Betriebshof fuhren kam Matthias aus dem Bürogebäude gleich auf uns zu und weil ich diese Firma noch nie gesehen hatte, bekamen wir sofort eine Betriebsbesichtigung. Der Hof gross, sauber und was mich am meisten überraschte war der Juniorchef. Der Sohn von Matthias – ich hatte ihn bisher nur einmal gesehen/getroffen – begrüsste uns mit einer herzlichen Umarmung – besprach etwas mit seinem Vater und machte sich wieder auf seinen Weg ins Büro.
In der ersten grossen Halle waren riesige Maschinen, die alle einem bestimmten Zweck dienten. Hier wurden nach Firmenaufträgen Dinge aus Stahl oder Blech bearbeitet. Alle möglichen Sorten Stahlbleche, Buntbleche, Edelstahlbleche. Für die Bundesbahn genauso wie für Rennwagen, die Autoindustrie, Mähdrescher, Class und Bell als grosse Auftraggeber, Krankenhäuser usw. Eine Maschine bog glatte Stahlbleche zu einem 90 Grad Winkel, eine andere Maschine stanzte bestimmte Formen aus einem grossen Stahlblech heraus usw.
In eine Maschine konnte man ohne Gefahr hineinsehen in der Stücke mit Laser geschnitten wurden. In einer Geschwindigkeit die ein Mensch niemals zustande bringt und alles auf den Millimeter genau.
Die Technologie des Plasmaschneidens entwickelte sich aus dem Plasmaschweissen. Das Plasmaschneiden wurde entwickelt, um nicht brennschneidgeeignete metallische Werkstoffe wie hochlegierten Stahl, Aluminium und Kupfer schneiden zu können. Das Verfahren setzte sich jedoch aufgrund seiner hohen Schneidgeschwindigkeiten auch in den Einsatzgebieten durch, die bis dahin dem autogenbrennschneiden vorbehalten waren. Dies sagt Wikipedia. Ich musste nachsehen weil ich davon zu wenig verstehe.
Beim Drahterodieren wird das Material des Werkstücks durch die Wärmeenergie der elektrischen Entladung abgetragen. Der Draht wird dabei kontinuierlich in das Werkstück eingeführt. So wird die gewünschte Form erzeugt. Das kann man sich ähnlich vorstellen, wie bei einer Laubsägearbeit.
Und wird in der Regel für schwierig zu verarbeitende Materialien verwendet wie harte Metalle oder Keramik. Das Ganze wird in der Luft- und Raumfahrt, Autoindustrie oder in der Medizintechnik benötigt.
Man kann hier bis 18 m Länge, 3 m Breite und 10 cm Dicke beliebige Formen ausschneiden.
Computergesteuerte Maschinen, sehr teure und wertvolle Maschinen – in Kisten und auf Paletten stapelten sich die Fertigteile. Es waren kaum Arbeiter unterwegs. Wie uns Matthias sagte würde man kaum Arbeiter finden. Der Markt wäre wie leer gefegt.
In einem kleineren Raum stand ein Mitarbeiter an einer Maschine und schnitt und polierte „unsere“ Teile die wir benötigten. Sie waren allerdings nicht verzinkt, aber das machte nichts – wir würden sie mit Rostschutzfarbe und Lackfarbe streichen bzw. besprühen. Nachdem er fertig war und wieder zu seiner ursprünglichen Aufgabe zurückkehrte bedankte ich mich bei ihm.
In zwei grossen Containern hinter den Fertigungshallen wurde der Schrott gesammelt. Das was hier Schrott genannt wird weil es für die grossen Maschinen nicht mehr zu verwenden ist. Aber die Stücke sahen aus als ob man sie noch als Gartensichtschutz verwenden könnte. Nur leider viel zu schwer und zu gross. In diesen grossen Schrottplatten wären zwar noch Ausschnitte für kleine Teile möglich gewesen, aber viel zu teuer herzustellen, weil zu zeitaufwendig.
Hier wird alles hergestellt: Balkonverkleidungen, Fassadenverkleidungen, Fassadenschmuck und Einfassungen, es werden hier Figuren hergestellt, die man auch schon von weitem sehen kann. Zwei dieser grossen Figuren sind beim Eingang in das Betriebsgelände aufgestellt und bei seinem Haus habe ich ebenfalls in Erinnerung dass dort eine Figur steht.
Das Laserdesign umfasst alles vom Entwurf bis zur Fertigung. Hier ist Kreativität in Stahl gefragt.
Lampen, Leuchten oder Spiegel aus Edelstahl – auch nach eigenen Mustern und Vorstellungen können hier gefertigt werden. Stahl, Edelstahl oder auch Aluminiumbleche werden hier nach den Wünschen der Kunden verarbeitet.
Ich hatte leider keine Gehhilfe, keinen Rollator und keinen Rollstuhl dabei so war ich etwas im Laufen eingeschränkt. Doch eins liess ich mir nicht entgehen:
Matthias lud uns in sein Bürogebäude ein: so erstieg ich mühsam die Treppen zum ersten Stock. Ein grosses Büro,ein riesiger Schreibtisch, vollgepackt mit Unterlagen, gemütliche Sitzgelegenheiten – ein richtiges Chefbureau. Daneben das Büro des Betriebsleiters. Und sein Sohn? Der muss sich erst ein Büro im ersten Stock verdienen wurde uns eröffnet.
Ich denke Matthias kann sehr stolz auf seinen Sohn sein, er hat bisher alle Ausbildungsstufen vorzüglich durchlaufen, spielt in seiner Freizeit Handball und arbeitet bereits in der Firma als Juniorchef mit um diese Aufgaben später einmal übernehmen zu können. Dazu gehört auch Verantwortungsbewusstsein welches er schon jetzt auch im Kleinen für einen „Freizeitbegleiter Hund“ wann immer es ihm möglich ist, übernimmt.
Im ersten Stock ein Raum für Besucher, in welchem Urkunden hängen, Dekorationsartikel aufgestellt und aufgehängt sind. Schwarzwälder Uhren nachempfundene Metalluhren, ein Serviettenständer mit einem liegenden Hasen, Spiegel, andere Dekorationsgegenstände. Und uns wurde ein Eis kredenzt. Getränk wäre auch möglich, aber das wollten wir nicht.
Matthias hat sich hier eine kleine Wohnung eingerichtet, falls er zu spät die Arbeit in der Firma beendet und nicht mehr nach Hause fahren kann.
Ein Bruder ist in seiner Firma beschäftigt, 2 andere Brüder haben einen anderen Teil in der Firma und schneiden Materialien mit Wasserstrahl wie z.B. Granit, Fliesen und Stahl.
Eine sehr interessante Firma und ich überlegte schon ob wir uns nicht später auch eine Feuertonne machen lassen könnten…...wer weiss
Es ist zwar laut wenn die Maschinen laufen, aber die Sauberkeit, das Umfeld, der Umgang mit Mitarbeitern das hat mir sehr gefallen. Denn einem Auszubildenden hat man zwei Chancen gegeben den Beruf trotz Unlust und sehr schlechter Zeugnisse zu erlernen, aber der Lehrling hat dann trotzdem gekündigt. Wir konnten das nicht verstehen und Matthias auch nicht.
Da hier Leute fehlen ist die Arbeit des Rasenmähens auf dem Betriebsgelände immer noch Chefsache
Wir fuhren dann nicht mehr über die Autobahn sondern über Landstrassen nach Hause. Und jetzt arbeitet Uwe weiter an dem Geländer für die Rampe.
geht nicht gibt's nicht
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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