Fahrt nach Ungarn – Teil 2
Der Rückweg zu Uwes Auto wurde unterbrochen durch Einkehr in einen „Dönerladen“.Wir hatten Hunger und die Portionen, die uns in Plaastikbehältern gereicht wurden, hatten es in sich. Ich schaffte die Portion nicht und Uwe musste „helfen“. Das Essen selbst war sehr lecker, frisch und schnell serviert. Ein dickes Plus im Vergleich zum gleichen Menue im griechischen Lokal in Eschwege.
Auch hier war Uwe nicht sicher vor einer Frau, die ihn während des Essens ansprach und um etwas Geld bat.
Denn als ich die Billets für die Stadtrundfahrt kaufte, wurde er auch bereits von einer anderen schwarzhaarigen Schönheit gefragt, ob er nicht einen kleinen Obulus geben könnte. Doch hier zeigte Uwe nur auf seine alten leichten Stoffschuhe, die an den grossen Zehen löchrig und zerschlissen aussahen. Die Dame hielt sofort Abstand von ihrer Bitte um geldliche Zuwendung.
Als Uwe mir das erzählte lachten wir beide
Nach einem ca 2-km-langen Marsch am Donauufer erreichten wir das Auto und nach Eingabe der Strasse wo wir den Wohnwagen abgestellt hatten in das Navi konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.
Das nächste Ziel war das bayrische Museumsdorf in Tittling kurz vor Passau. Nach einigen Verirrungen erreichten wir die Parkplätze – jeweils abgetrennt durch leicht erhöhte Erdhaufen, bepflanzt mit Bäumen war der Platz sehr ruhig und von anderen nicht besucht. Das Dorf hat Öffnungszeiten von Mittwoch bis Sonntag. Montag und Dienstag ist geschlossen, man kann aber trotzdem alles besichtigen muss nur 3 Euro in eine Kasse einwerfen.
Hier hatte sich ausser uns nur ein weiterer Campimgbusfahrer eingefunden, der sich hier einen Übernachtungsplatz gesucht hatte.
Der Überraschungsbesuch am Abend bescherte uns das Kennenlernen eines wohl einmaligen Menschens mit Hund . Der Hund war wirklich sehr gepflegt – der Mann wirkte wie ein redegewandter Alleskönner nach seinen Erzählungen. Er wollte absolut autark mit seinem Bus werden, hätte auch schon einiges umgebaut und war angeblich schon überall. Allerdings nicht auf Autobahnen unterwegs.
Er trank sein mitgebrachtes Bier aus, wurde von einem Telefongespräch abgelenkt und verschwand ohne uns nicht zu versichern, dass er sich am nächsten Morgen verabschieden würde und das von uns versprochene Wasser abzuholen.
Wasser – besonders sauberes und sicheres Trinkwasser ist ein kostbares Gut und wir hatten reichlich in Kanistern dabei.
Am nächsten Morgen hatte ich das Vergnügen sein „ausgebautes“ Campmobil von innen zu sehen. Im ersten Moment war ich entsetzt, alles lag drunter und drüber. Ich fragte mich, wo man in diesem Wagen den Fuß hinsetzen kann ohne etwas kaputt zu treten. Es lagen Plastikflaschen, Blechdosen, Klamotten, ein kleiner Ventilator alles bunt durcheinander auf dem Boden, das Bett war schmal eigengezimmert mit rohen Holzbalken längs aufgebaut, die Matratze vielleicht 5 cm dünn, eine dünne Decke, ein Kissen – aber in diesem Durcheinander lag wirklich alles voll mit undefinierbaren Dingen. An den Wänden hing und stand alles durcheinander, ich fragte mich wo man eine Toilette hier unterbringen kann, wo man sich waschen kann, in der hinteren Tür waren Werkzeuge aufgehängt, die Fenster waren gedämmt und dann sah ich wirklich vorne einen kleinen Schrank (Unterschrank) der mit einem Topf oder einer Schüssel bestückt war, eine Kochplatte, oder einen Grill sah ich nicht. Was mich aber wunderte war der Hund. Ich sah keinen Platz auf dem er schlafen konnte, die Futterschüssel und seine Decke lagen vor dem Auto – der Hund war sehr gepflegt, er roch nicht, er hatte kein zottiges Fell. Der Besitzer musste sein Auto anlassen um telefonieren zu können, wieso? Das war nicht ersichtlich. Das Wasser füllte er in einen eingebauten Kanister und den Rest in Flaschen, die herumlagen. Also ich würde in so einem Wagen niemals mitfahren! Die Höhe des Wagens war in Ordnung man konnte wirklich gut stehen ohne sich den Kopf anzustossen, aber wenn das alles ist? Für Strom hatte dieser Wagen auf dem Dach eine Solarzelle die Batterie war im Wagen an der Seite der Tür. Nein, was mich so sehr störte war der Dreck der überall zu sehen war, dieses Durcheinander, nichts aufgeräumt, kein Fleckchen frei, dass man den Fuss aufsetzen konnte. Sollte oder konnte man sich im Fliegen anziehen? Oder umziehen?
Nach dem Umfüllen des Wassers fuhren wir los, wir mussten an diesem Tag ja quer durch Österreich bis Ungarn zu unserem reservierten Appartement kommen.
In Ungarn angekommen fanden wir sofort den Weg zum Appartementhaus, fast alle Parkplätze auf dem Gelände waren besetzt. Das Appartement lag im ersten Stock.
Eine heisse Dusche war eine Wohltat und nachdem Uwe alle Taschen in das Appartement geschleppt hatte war für diesen Tag Feierabend.
Am nächsten Tag fuhren wir ins Einkaufszentrum, ich wechselte dort etwas Geld in Forint und wir kauften die dringend notwendigen Dinge ein. Ausserdem brauchte ich unbedingt eine Powerbank, die wir uns dort ebenfalls kaufen konnten. Anschliessend fuhren wir zum Appartement um unsere Einkäufe im Kühlschrank zu deponieren. Dann machten wir uns auf den Weg in die Zahnklinik. Ich hatte den ersten Termin zur Kontrolle meiner Unterkieferprothese um 12.00 Uhr, Uwe hatte Kontrolle um 13:30 und ich dann bei dem Kieferchirurgen um 16.00 Uhr wegen dem Einsetzen der Implantate. Der Kontrolltermin verlief kurz, alles war in Ordnung nach 5 Minuten war ich wieder aus dem Ordinationszimmer. Uwe kam etwas später dran, es wurde geröngt und festgestellt, dass sein Zahn bereits vereitert war, obwohl er keine Schmerzen hatte. In Deutschland hatte die Zahnärztin nichts gemacht weil er keine Schmerzen hatte, jetzt war der Knochen bereits angegriffen! Auch Uwe war schnell wieder in der Empfangshalle zurück und mein letzter Termin war bereits gegen 15:30 Uhr denn um 16.00 Uhr war ich bereits wieder fertig. 3 Implantate einsetzen in weniger als einer halben Stunde – der Arzt setzte die Spritzen ohne dass ich etwas spürte, das einschrauben, bohren usw,. War zwar vom Geräusch her nicht angenehm, aber durch die Betäubung kein Problem. Ich bekam Medikamente und genaue Instruktionen, Verhaltensmaßregeln und dann bezahlte ich gleich alles an der Rezeption. Wenn mir die letzten Dinge der Implantation eingesetzt werden (nach dem Einwachsen) dann bekomme ich meine neue Oberkieferprothese und endlich hoffentlich nicht mehr so viele Probleme wie ich sie mit der vorherigen Oberkieferprothese hatte. Die Fäden sollen selbst-auflösend sein – ich bin gespannt wie lange es dauert, bis diese einfach verschwinden.
Uwe sah am Auto dass ein Reifen sehr viel Luft verloren hatte und bat den Hausmeister ihm eine Reparaturwerkstatt zu nennen. Doch dieser Hausmeister war so nett, nahm Uwe mit seinem Auto mit und brachte ihn zu einer kleinen Werkstatt. Am nächsten Morgen sollten wir sein Auto dort abholen, wir mussten auch tanken, also war an ausschlafen oder faulenzen und rumgammeln nicht zu denken. Am Nachmittag packten wir schon wieder die Klamotten in die Taschen, damit wir am Mittwoch vormittag wieder zurück fahren können.
Die Rückreise war so gelegt, dass wir wieder am Mittwoch im bayrischen Museumsdorf übernachten wollten, um uns am Donnerstag das Museumsdorf anzusehen. Dann war die zweite Etappe bis Nürnberg geplant. Hier wollten wir ins Nationalmuseum oder ins Eisenbahnmuseum gehen. Aber als wir in Tittling aufwachten stellten wir fest dass es regnete und am nächsten Tag sollten 30!! Liter Regen fallen. Das haben wir gescheut und uns lieber gleich auf die Socken – besser Räder – gemacht. In Nürnberg fanden wir keinen Platz wo wir stehen konnten. Wo wir den Wohnwagen evtl-. Abkoppeln und dann in die Innenstadt zu den Museen fahren konnten. Wir suchten ziemlich lange, fanden einen Platz für Wohnmobile, aber ohne Strom und ohne Wasser sollten wir viel bezahlen. Da fuhren wir lieber weiter. Man muss sich nicht auch noch abzocken lassen und das was der Gasthausbesitzer uns auftischte, war abzockerei! Zu behaupten der Schwimmbadplatz gehöre ihm und dann keinen Schlüssel für die Schranke vorweisen können? Da kann man schon dran fühlen. Die Autobahn 73 war sehr frei, das Wetter bombig und wir kamen sehr gut voran.
Regensburg Teil 2
Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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