schwarz-weiss-Orgie

 

Ob Urlaub oder Tagesausflug, wenn einer eine Reise tut, darf er uns davon erzählen
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Johanna
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Registriert: Mittwoch 14. Januar 2004, 15:04
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schwarz-weiss-Orgie

Beitrag von Johanna »

...nicht was Ihr vielleicht denkt, alles ist ganz seriös – hat auch nichts mit Immigration zu tun – Flüchtlingen auch nicht…..
Mein Geburtstag: ausgemacht war, dass wir am Abend zuerst zum essen gehen und anschliessend wollten wir ins Kino. Der Film Ballon erweckte unsere Neugier, gedreht nach einer wahren Begebenheit über eine der vielen Fluchtmöglichkeiten zu DDR-Zeiten.
Bereits Mittags rief Uwe an – er hätte jetzt frei und wir könnten ja Mittag zum essen fahren – am Nachmittag vielleicht in den Bibelgarten in Allendorf gehen und dann am Abend ins Kino.
Dieser Vorschlag war ganz nach meinem Geschmack – denn das Restaurant, welches ich mir für diesen Tag ausgesucht hatte liegt hoch über Bad Sooden-Allendorf. Man hat eine schöne Aussicht auf beide Stadtteile – weite Sicht und auch der Bibelgarten ist dann nicht weit. Gesagt, getan – wir fuhren los, kamen bei der Gastwirtschaft an und stellten fest, dass alles geschlossen war. Im Prospekt stand allerdings nichts davon. Wir waren etwas enttäuscht, aber der Magen braucht Nahrung also versuchten wir ein anderes Gasthaus zu finden – ein Dorf weiter die gleiche Misere – Gasthaus geschlossen – zwei Dörfer weiter – heute war anscheinend nicht unser Tag – auch in Kammerbach der „Krug“ alles geschlossen. Langsam wurde es mit der Zeit etwas eng. Doch dann fand Uwe doch noch ein Biolokal – die Jausenstation in Weissenbach. Man sitzt ganz gemütlich dort – ein Laden ist angegliedert, in welchem man selbstgebackenes Brot, Käse, Wurst und Fleisch – alles Bio – kaufen kann. Das Essen kam sehr schnell, war schmackhaft und ausreichend. Rahmschnitzel, vorher einen Salatteller dazu ein Getränk – die Bedienung war freundlich und fix.
Gesättigt und gut gestärkt fuhren wir weiter und ich erzählte Uwe von meinem 50. Geburtstag. An diesem Tag hatten die Kinder auf dem Küchentisch eine grosse fünfzig aus Mohrenköpfen ausgelegt. Ich liebte Mohrenköpfe, dazu ein Turm aus Mohrenköpfen gebaut – 50 Stück. Für mich gab es damals nichts anderes – Mohrenköpfe war immer der Hit. Schwarz mit Schokolade, innen der Schaum, der Boden, alles wurde genüsslich und nacheinander verspeist. Mit der Zunge holte ich damals langsam den Schaum aus dem Inneren heraus….in der Erinnerung machte das Ganze immer noch viel Spass. Uwe meinte dazu ganz trocken, das kann ich auch – ich kenn da wen, das kann ich besorgen und wir fuhren eine Strecke durch die Landschaft, die ich von dieser Seite aus auch noch nicht gesehen hatte. Uwe bog in einem Ort ab fuhr durch kleine Strassen und bog dann auf einen langen Hof ein – ein weisser Bau, eine einzige weisse Stahltür – komm mit! Ich wusste nicht was mich erwartet. Als ich dann durch die offene Tür eintrag in den grossen Raum sah ich eine Theke – Regale und Schaumgebäck wie man es in den Waffeltüten am Jahrmarkt findet. Saure Stangen in allen möglichen Farben – Tüten mit englischem Weingummi, Lakritz und natürlich auch Mohrenköpfe. Mischungen von allen möglichen Mohrenköpfen oder aber eine grosse Packung von nur einer Sorte. Uwe kaufte zwei Packungen. Schwarze Mohrenköpfe und weisse mit Kokosschaum. Drückte mir die beiden Kartons in die Hand und meinte: „ich kann zwar nicht backen, aber eine Torte kann man damit auch zusammenstellen“ – es waren jeweils 60 Stück in einem Karton. Weisse und schwarze – insgesamt 120 Mohrenköpfe! Jetzt kannst Du eine schwarz-weisse Orgie feiern…...Kleiner gab es die Packungen nicht. Ich dachte mich trifft der Schlag – wie schnell kann einem von so vielen Mohrenköpfen schlecht werden – da muss ich mir wirklich etwas einfallen lassen um das auch zu verarbeiten. Jeden Tag Mohrenköpfe essen, das geht über mein „Fassungsvermögen“.
Zu Hause probierten wir erst mal welche Sorte besser schmeckt, und als ich dann am nächsten Tag bei mir zu Hause ankam, suchte ich im Internet nach Rezepten, bei welchen man viele viele Mohrenköpfe „verwursten“ kann. Die Nachspeise die ich dann aus Quark, Zitrone und Mohrenköpfen zusammenstellte, schmeckte Uwe und mir auch und ich hatte gleich mehrere dieser Schaumküsse verbraucht. Mittlerweile sind noch ca. 70 Stück übrig – die werden wir auch noch schaffen….
Am Abend ins Kino haben wir ausfallen lassen, wir waren vom vielen schauen Tagsüber viel zu müde und nahmen uns den Film für den nächsten Abend vor.
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